Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld

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auf der Homepage der evangelischen Kirchengemeinde in Hünfeld. Wir freuen uns, dass Sie unsere Seiten im Internet besuchen!

Gottesdienste in der Hünfelder Stiftskirche

Die Gottesdienste unserer Gemeinde beginnen jeweils sonntags um 10.00 Uhr in der Stiftskirche. Für die Teilnahme am Gottesdienst ist keine Anmeldung nötig. Von allen Teilnehmenden müssen jedoch einige Angaben zur Person erfasst werden, um ggf. eine Nachverfolgung von Infektionen mit dem Corona-Virus zu ermöglichen. Dies gilt auch im Hinblick auf die Teilnahme an Taufen, Trauungen und Trauerfeiern. Um die Erfassung der erforderlichen Daten zu erleichtern, bitten wir alle Gemeindemitglieder, nach Möglichkeit Name, Adresse und Telefonnummer bereits in schriftlicher Form mitzubringen und vor Beginn des Gottesdienstes abzugeben. Ein vorbereitetes Formular hierfür finden Sie links.

Um der Gefahr einer Infizierung mit dem Virus entgegenzuwirken, müssen einige Schutzmaßnahmen beachtet werden:

- Beim Betreten und Verlassen der Kirche ist das Tragen einer Schutzmaske erforderlich, die aber während des Gottesdienstes abgenommen werden kann.
- Am Eingang der Kirche steht ein Spender zur Desinfektion der Hände bereit.
- Wegen der damit verbundenen erhöhten Infektionsgefahr ist kein Gemeindegesang erlaubt.
- Wie in allen öffentlichen Räumen gilt ein Abstandsgebot von 1,5 Metern zur nächsten Person.

Für Gemeindemitglieder, die aus gesundheitlichen Gründen nicht am Gottesdienst teilnehmen können, besteht ab Sonntag die Möglichkeit, die Predigt des Gottesdienstes auf der Homepage nachzulesen. Wer nicht über einen Internetzugang verfügt, kann sich die Predigt auch schriftlich zusenden lassen. Ein Anruf im Gemeindebüro (Tel. 2385) genügt.

Predigt zum 3. Sonntag nach Trinitatis (28.06.2020)
(nach einer Vorlage von Pfarrerin Adelheid Römer-Bornmann)

Liebe Gemeinde,
ein Sommertag. In der Fußgängerzone sitzt ein Mann auf einer alten Wolldecke. Seine Kleidung hätte dringend eine Wäsche nötig und er selbst auch. Wie alt er ist, lässt sich kaum einschätzen, so ungepflegt, wie er aussieht. Mit schmutzigen Fingern hält er den Vorübergehenden einen abgegriffenen Pappbecher entgegen. Eine kleine Geldspende könnte er gut gebrauchen. Doch die Geschäfte laufen schlecht. Nur wenige Menschen sind an diesem warmen Tag in der Innenstadt unterwegs. Es sind Schulferien. Wer nicht arbeiten muss, geht wohl lieber ins Schwimmbad oder bleibt zuhause in der kühlen Wohnung.

Um die Mittagszeit kommt eine junge Frau vorbei. Gut gekleidet und frisiert. Sie überlegt gerade noch, ob sie sich ein Eis oder besser einen Salat gönnen soll, da fällt ihr Blick auf den Mann am Rande des Bürgersteigs. „Wie kann einer dahin kommen, so tief zu sinken?“, geht es ihr durch den Kopf. „Wenn ich einen Euro in den Becher lege, was wird daraus? Ein Brötchen oder ein Bier? Für ein richtiges Mittagessen reicht es nicht . Doch wenn ich mehr gebe, was wird er damit anfangen? Und gibt es nicht für Obdachlose einen Tagessatz vom Sozialamt?“

Bevor sie ihre Gedanken geordnet hat, ist sie auch schon vorbei an der alten Wolldecke. Erleichtert geht sie ihrer Mittagspause entgegen. - Eine ganz alltägliche Geschichte. Aber könnte sie nicht auch anders enden? Was wäre, wenn die beiden miteinander ins Gespräch kämen? Vielleicht könnten sie zusammen einen Kaffee trinken? Fast unvorstellbar. Und selbst wenn, worüber könnten sie wohl sprechen?

Menschen am Rande. Menschen, die unter schwierigen Bedingungen und in ärmlichen Verhältnissen leben, fordern oft zu Fragen heraus. Und oftmals sind die Fragen nach der Ursache ihrer Lebensumstände eng verbunden mit der Frage nach der Schuld. Wer trägt die Schuld daran, dass es so ist, wie es ist? Schnell sind Antworten parat, und Vorurteile scheinen sich zu bestätigen.

Wenn Menschen sich einander begegnen, dann machen sie sich ein Bild vom jeweils anderen und bilden sich ein Urteil. Und je mehr Unterschiede sich in den Bildern von den Lebensumständen, der Lebensart zeigen, desto stärker erscheint die Frage nach den Ursachen, der Schuld für dieses oder jenes, das uns so fremd erscheint. Wer trägt also die Schuld für das, was wir als armselig, unwürdig, verkommen beurteilen? Liegt sie bei anderen, im System, unserer Gesellschaft oder vielleicht zu großen Teilen bei jedem Menschen selbst?

Als Christin bei diesen Fragen ertappt, frage ich mich vor allem auch häufig: Wer gibt mir eigentlich das Recht dazu, solche Fragen nach der Schuld, die ja eigentlich auf die Selbstschuld der Betroffenen abzielt, zu stellen. Denn der Frage nach der Schuld folgt das Urteil, das Beurteilen von Menschen, die anders leben als ich. Da fallen mir Jesu Worte ein: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!“ Bei all den Fragen nach dem Motto: „Wer ist eigentlich schuld daran?“, die Menschen in jeder Situation, jeder Veränderung zum vermeintlich Schlechteren stellen, spüre ich das Bedürfnis, die Sehnsucht nach etwas völlig anderem. Nach anderen Sichtweisen, nach offenen Blicken, nach Entlastung, nach Vergebung. Und dann lese ich in dem Predigttext aus Micha 7:
„Wo ist solch ein Gott, wie du bist, der die Sünde vergibt und erlässt die Schuld denen, die geblieben sind als Rest seines Erbteils; der an seinem Zorn nicht ewig festhält, denn er hat Gefallen an Gnade! Er wird sich unser wieder erbarmen, unsere Schuld unter die Füße treten und alle unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen. Du wirst Jakob die Treue halten und Abraham Gnade erweisen, wie du unseren Vätern vorzeiten geschworen hast.“

Also ist Gott ganz anders! Gott sei Dank! Denn Gott vergibt und erlässt die Schuld! Er hält nicht fest an seinem Zorn! Er ist barmherzig! Auch wenn wir schuld sind an dem, was in unserem Leben schiefläuft – und das sind wir in großen Teilen sicherlich: Gott sieht uns barmherzig an!

Mögen wir mit Schuld daran tragen, dass die politischen Entscheidungen in unserem Land zunehmend schwieriger und menschenfeindlicher werden: Gott sieht uns barmherzig an! Gott wird sich unser immer wieder erbarmen, unsere Schuld nehmen und alle unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen.

Wenn wir von dieser Barmherzigkeit Gottes etwas annehmen können, dann werden wir nicht gleich zu besseren Menschen. Unsere Vorurteile gegenüber anderen sind damit nicht verschwunden. Unsere Art, anderen Menschen zu begegnen, uns ein Bild von ihnen zu machen und uns ein Urteil zu bilden, ist und bleibt eben menschlich. So menschlich wie der Kirchenbesucher, der den Pfarrer nach seiner zündenden Predigt fragt, ob es denn bei ihm für eine Vergebung schon zu spät sei. Der Pfarrer antwortet ihm: „Nein, nein, es ist nie zu spät“. Worauf der Mann antwortet: „Gut, dann kann ich noch ein bisschen weitermachen!“

Auch mein jüngerer Bruder wollte ganz besonders schlau sein. Er betete als kleiner Junge manchmal abends im Bett: „Hab ich Unrecht heut getan, geht’s dich, lieber Gott, nichts an!“ Ich glaube, im Grunde denken so viele Menschen. Wen gehen meine kleinen oder großen Verfehlungen etwas an? Vor Menschen und vor Gott verbergen wir unsere Schwächen und Sünden. Aus den Augen, aus dem Sinn. Was kümmern mich meine Fehler von gestern? Alle machen Fehler, keiner ist vollkommen. Was soll das Unrechtsbewusstsein? Es belastet nur. Aber verdrängte Schuld und verschwiegene Fehler melden sich. Wie gut, dass wir sie nicht verdrängen, aber auch nicht dramatisieren brauchen. Wir können sie einfach bekennen, ans Licht bringen und vor Gott aussprechen.
Er weiß um all unsere menschliche Schuld, alles Versagen und Scheitern.

Er sagt nicht: Das macht doch nichts, du hast es ja nur gut gemeint, du hast es ja nicht gewollt. Vor Gott gilt die Wahrheit. Auch bei schlimmer Schuld. Gott richtet nicht, wie Menschen es tun: Fehler zum Beispiel einfach löschen. Es gibt Seiten in meinem Lebensbuch, die würde ich am liebsten rausreißen, in kleine Schnipsel schreddern und in die blaue Tonne werfen, aufräumen mit der Vergangenheit. Oder wie es am PC geht: Etwas korrigieren und nochmal neu ausdrucken. Wenn das im Leben auch so gehen würde!

Es gibt Lasten, die uns in die Knie zwingen. Ja, der Kniefall ist die religiöse Demutsgeste eigener oder auch fremder Schuld. Sicher haben Sie noch das Bild vor Augen, als Anfang Juni in Minneapolis ein Polizist den Afroamerikaner George Floyd mit seinem Knie den Hals zudrückte, bis er nicht mehr atmen konnte und starb. Dieser Polizist hat seine Schuld nicht eingesehen, wohl aber manche seiner Kollegen und Demonstranten, die als Zeichen des Respekts vor dem Opfer in die Knie gingen.

Wer so kniet, zeigt Rückgrat und überlässt dem Rassismus nicht das Feld, sondern setzt auf die Macht versöhnender Gesten. Ein solcher Kniefall und der aufrechte Gang schließen sich nicht aus. Diese Bilder erinnerten mich an den wohl prominentesten Kniefall des letzten Jahrhunderts: Willy Brandt hat sein spontanes Niederknien vor dem Mahnmal des Warschauer Ghettos am 7. Dezember 1970 als stumme Abbitte für die im Namen Deutschlands verübten Gräueltaten erklärt. Wer kniet, kann nicht weglaufen. Wer vor Gott kniet, gibt Gott Gewicht, nimmt Abschied von Allmachtsphantasien. Wer vor Gott kniet hofft, gerade aus dieser Haltung heraus wieder auf die Beine zu kommen und aufgerichtet zu werden. Und Gott richtet uns wieder auf!

Er hat für uns seinen Sohn geopfert, damit wir leben können. „Wo ist solch ein Gott, wie du es bist? Bei dir finde ich Vergebung, Erlass meiner Schuld und Barmherzigkeit. Du wirfst meine Sünden in die Tiefen des Meeres, du bist treu.“
Das lässt mich staunen! Ich wundere mich, was bei Gott möglich ist! Ich freue mich über so viel Gutes! Dieser Lobpreis, der über so viele Jahrhunderte und Generationen hinweg nichts von seiner Botschaft verloren hat, schenkt mir Zuversicht. Mit dieser Gewissheit im Herzen will ich versuchen, auch anderen offen zu begegnen. Weniger nach ihrer Schuld fragen, sondern sie mit freundlichen Augen anzusehen. Und wenn ich scheitere – und das werde ich wohl noch oft – dann wird Gott sich wieder erbarmen und vergeben.
Das ist die Botschaft Michas, die im Alten Testament mehrfach aufgenommen und in Jesus Christus Gestalt annimmt: Er hält nicht ewig an seinem Zorn fest, denn er ist barmherzig.

Das ist es, was Micha zum Jubeln bringt. Daraus lässt sich auch Hoffnung schöpfen für unser Leben. Die junge Frau ist schon fast vorübergegangen, da fasst sie sich ein Herz und kehrt noch einmal um. Sie wendet sich dem Mann auf der Wolldecke zu, beugt ein bisschen die Knie, um ihn besser ansehen zu können: „Wie geht es Ihnen? Was brauchen Sie?“ Amen.

Zeltwochenende in der Rhön
*** KANN CORONA-BEDINGT LEIDER NICHT STATTFINDEN! ***

für Jugendliche zwischen 12-17 Jahren


Termin: 14.-16.08.2020
Ort: Jugendzeltplatz Rasdorf
Alter: 12 -17 Jahre
Teilnehmerplätze: min. 12 / max. 24
Preis: 49,- €
Enthaltene Leistungen: Übernachtung, Verpflegung, Programm, Versicherungen, Material
Anmeldung: Janine Frisch
( Mobil: 0176 76859756, E-Mail: norden@ej-fulda.de )

Anmeldeschluss: 31.07.2020

Der Frauenkreis

Der Frauenkreis der Ev. Kirchengemeinde Hünfeld stellt sich vor.

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Programm 2020 und weitere Veranstaltungen für Frauen im Kirchenkreis Fulda.

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Ökumenischer Singkreis

"Gottes wunderbare Schöpfung" Jubiläumskonzert zum 30-jährigen Bestehen des Ökumenischen Singkreises Hünfeld

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Sprüche

Einen passenden Konfirmationsspruch für Ihr Kind oder Patenkind finden Sie in unserer Auswahl an Sprüchen.

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Gemeindebrief

Aktuelles aus der Kirchengemeinde finden Sie in unserem Gemeindebrief, den Sie hier online lesen könne.

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Zur Geschichte unserer Gemeinde

Die evangelische Kirche zum Heiligen Kreuz in Hünfeld blickt auf fast 150 Jahre "geschenkte Zeit" zurück / ökumenisches Zusammenleben heute Alltag

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Monatsspruch "Juli 2020"

Der Engel des HERRN rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.
1.Kön 19,7
Geistlicher Impuls zum Wochenspruch Lukas 19,10
„Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“
Das 'Wort des Tages'
und eine Andacht zu den jeweiligen Sonntagen finden Sie auf der