Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld

Herzlich willkommen

auf der Homepage der evangelischen Kirchengemeinde in Hünfeld. Wir freuen uns, dass Sie unsere Seiten im Internet besuchen. Sehr gerne würden wir Sie auch persönlich bei uns begrüßen. Informationen zu unserer Gemeinde, den Angeboten und Kontaktmöglichkeiten sowie Veranstaltungen finden Sie auf diesen Seiten.

Herzliche Einladung zu unseren Gottesdiensten!

Liebe Gemeindemitglieder,

die Gottesdienste in der Hünfelder Stiftskirche finden wieder regelmäßig sonntags um 10.00 Uhr statt. Für die Teilnahme am Gottesdienst ist keine Anmeldung nötig. Von allen Teilnehmenden müssen jedoch einige Angaben zur Person erfasst werden, um ggf. eine Nachverfolgung von Infektionen mit dem Corona-Virus zu ermöglichen.

Dies gilt auch im Hinblick auf die Teilnahme an Taufen, Trauungen und Trauerfeiern. Um die Erfassung der erforderlichen Daten zu erleichtern, bitten wir alle Besucher, nach Möglichkeit Name, Adresse und Telefonnummer bereits in schriftlicher Form mitzubringen und vor Beginn des Gottesdienstes abzugeben. Ein vorbereitetes Formular hierfür finden Sie unten als PDF-Datei zum Ausdrucken.

Darüber hinaus müssen folgende Schutzmaßnahmen beachtet werden:

- Alle Teilnehmenden müssen beim Betreten und Verlassen der Kirche eine medizinische Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Diese darf jedoch am Platz abgenommen werden.
- Am Eingang der Kirche steht ein Spender zur Desinfektion der Hände bereit.
- Wegen der damit verbundenen erhöhten Infektionsgefahr ist kein Gemeindegesang erlaubt.
- Wie in allen öffentlichen Räumen gilt ein Abstandsgebot von 1,5 Metern. Personen aus zwei Haushalten sowie Genesene und Geimpfte (nicht Getestete!) dürfen ohne Mindestabstand zusammensitzen.

Für Gemeindemitglieder, aus gesundheitlichen Gründen nicht an den Gottesdiensten teilnehmen können, besteht die Möglichkeit, die Predigt hier auf der Homepage nachzulesen und/oder den Gottesdienst online zu verfolgen.

Wer nicht über einen Internetzugang verfügt, kann sich die Predigt auch schriftlich zusenden lassen. Ein Anruf im Gemeindebüro (Tel. 06652 / 2385) genügt.

Gemeindebrief Juli, August, September, Oktober 2021






Gemeindebrief der Efangelischen Kirchengemeinde Hünfeld für Juli, August, September, Oktober 2021


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Predigt zum 8. Sonntag nach Trinitatis am 25. Juli 2021
Pfarrer Stefan Remmert

Liebe Gemeinde!
Manchmal denke ich, dass biblische Aussagen zu einfach sind und zu eindeutig. Und dadurch wirken sie dann falsch. Denn was in unserem Leben ist schon eindeutig. Beispielsweise der Satz aus der Genesis, dem 1.Buch Mose, den wir in der Lesung gehört haben und der auch Predigttext ist. Josef sagt zu seinen Brüdern: „Fürchtet euch nicht! Bin ich etwa Gott? Ihr hattet Böses für mich geplant. Aber Gott hat es zum Guten gewendet. Er wollte tun, was heute Wirklichkeit wird: ein großes Volk am Leben erhalten.“

Das klingt so harmonisch, so als ob ein Theaterstück mit eindeutig verteilen Rollen aufgeführt worden wäre und Josef nun das Ende in Lehrsätze zusammenfasst. „Gott hat alles zum Guten gewendet.“ Hat er das wirklich? Und waren es wirklich nur seine Brüder, die ihm Böses antun wollten und er war der Heilige, der keinen Beitrag zu dem Unrecht, das ihm widerfuhr, beigetragen hat?

Mein Leben jedenfalls ist nicht eindeutig. Und ich kenne auch kein menschliches Leben, dass so eindeutig wäre, wie es sich in der Josefsgeschichte sich darstellt. Menschliches Leben ist komplex und manchmal auch kompliziert. Und darin das Gute zu sehen, ist manchmal nicht einfach. Ebenso die Stimme Gottes in all den Wirrungen des Lebens zu hören ist nicht einfach. Das zeigt folgende Geschichte:

„Man kann sich seine Familie nicht aussuchen.“ Der Mann saß vor seiner Kaffeetasse und schaute in die milchbraune Pfütze darin. Graue Haare fielen ihm in die Stirn und ließen Schuppen auf sein schwarzes Jackett rieseln. Er strich die Haare zurück, sah auf und blickte auf die Frau in den Fünfzigern, die ihm gegenüber saß. Dann ließ er seinen Blick durch die Gaststube mit den dunkel gekleideten Menschen schweifen. Ungefähr die Hälfte von ihnen war Verwandtschaft. Der Rest waren Freunde und Bekannte. Sie saßen in Gruppen an den Tischen, aßen Butterkuchen und hoben ab und zu die Thermoskannen, um zu sehen, ob noch Kaffee da war. Manche redeten noch über Vater, der nun seit knapp zwei Stunden neben seiner Frau auf dem Friedhof lag. Bei anderen war das Gespräch schon bei der Arbeit, der Politik oder den Enkelkindern.

„Man kann sich seine Familie nicht aussuchen“, wiederholte er mit Nachdruck. „Du wirst geboren und dann ist die Familie schon da. Vielleicht kriegst du noch Geschwister oder einen Stiefvater, aber darauf hast du keinen Einfluss. Und ob sie dich unterbuttern oder du Mutters Nesthäkchen wirst, entscheidest du auch nicht selbst.“ Die Frau ihm gegenüber schwieg und überlegte, ob sie sich schuldig fühlen sollte, weil sie das Nesthäkchen gewesen war.

„Nicht jeder kriegt die Familie, die er verdient“, setzte er hinzu. „Überhaupt kriegen die meisten nicht das, was sie verdienen. Jedenfalls, wenn ‚verdienen‘ bedeutet, dass man dafür was getan hat. Du kriegst vielleicht Geld für deine Arbeit. Aber ‚verdienen‘? Wenn du den Betrieb deines Vaters erbst und der läuft gut und du kaufst dir einen Mercedes – nicht mal dann hast du dir den komplett verdient. Und wenn du studierst, weil dir deine Eltern in der Schule geholfen und immer schöne Bücher gekauft haben – hast du das dann etwa mehr verdient als der Michi aus deiner Klasse, der schon als Zweijähriger Stubenarrest gekriegt und später nicht mal seinen Hauptschulabschluss geschafft hat? Was verdient man überhaupt im Leben? Dass du Krankheiten kriegst oder dein Kind einen Unfall hat?“ Seine Stimme brach kurz weg. Dann fing er sich wieder.

„Ich sag dir was. Das eigentliche Problem ist, dass die Leute nicht wahrhaben wollen, dass sie sich fast nichts in ihrem Leben verdient haben. Ihren Erfolg, ihr Haus, ihr Auto, ihre Frau, ihre Gesundheit. Nimm dir einen beliebigen Lebenslauf. Und dann lass mal plötzlich den liebevollen Papa weg. Oder die Oma, die sich immer gekümmert hat. Oder den tollen Deutschlehrer. Die Ehefrau, die kostenlos den Haushalt und die Kinder versorgt. Oder nimm den Zufall weg, dass du in Deutschland geboren bist und nicht in Somalia. Und so weiter. Dann merkst du, dass du fast nichts von all dem Mist selbst verdient hast. Dass total viel Glück eine Rolle spielt, wenn’s dir gut geht. Aber das wollen die Leute ja nicht wahrhaben. Weil das an ihrem Selbstbewusstsein kratzt. Und wenn sie sich eingestehen würden, dass man das meiste unverdient geschenkt bekommen hat, müssten sie ja vielleicht zu dem Schluss kommen, dass man auch mal was abgeben könnte. Wenn man schon nicht gerecht teilt. Weil noch nie gerecht geteilt worden ist.“ Seine Stimme wurde bitter.

Die Frau sah an ihm vorbei zu einem Mann, der zwei Tische weiter saß. Er hatte den Gesichtsausdruck eines angemessen trauernden Sohnes. Aber er wirkte nicht trostbedürftig. Er wirkte überhaupt nicht bedürftig, sondern kümmerte sich um die Leute um ihn herum. Obwohl er auf die Sechzig zuging, sah er attraktiv aus in seinem dunklen Anzug und strahlte Selbstsicherheit und Zugewandtheit aus. Er wirkte wie der Gastgeber hier, dabei hatten seine vielen Geschwister sich um alles hier gekümmert. „Hast du mal mit ihm geredet?“, fragte sie. „Ich bin doch nicht blöd!“, entgegnete er. „Es hat sich nichts geändert. Es ist genau wie früher. Einer ist der Prinz und die anderen liegen ihm zu Füßen.“

Lassen Sie uns für einen Moment aus der Geschichte herausspringen. „Einer ist der Prinz“, das kennt man. Manchmal ist der kleine Bruder der Prinz, manchmal der Kollege in der Firma, manchmal die Nachbarin. Der Prinz kriegt meistens, was er will. Er weiß, wie man sich bei denen, die Einfluss haben, lieb Kind macht. Die anderen müssen eben zusehen. Manchmal ist das nur anstrengend, aber richtig weh tut es unter Geschwistern.
Wer sich in der Kindheit ungerecht behandelt fühlt, vergisst das nicht. Im Gegenteil. Oft wird es schlimmer mit zunehmendem Alter. Alle Gefühle von Ungerechtigkeit und Zurücksetzung sind wieder da. Und all die Fragen. „Hast du meine Schwester wirklich mehr gemocht als mich? Oder hat es nur so ausgesehen?“ „Warum hat unser Bruder den Betrieb allein geerbt und nicht wir alle zusammen?“ „Hatten wir anderen deine Zuneigung nicht verdient?“ Wenn man das aber die Eltern nicht mehr fragen kann, weil sie inzwischen verstorben sind, muss man wohl oder übel ohne Antwort weiterleben. Und sich fragen, wem man jetzt die Schuld für das alles geben soll.

In der Geschichte von Josef und seinen Brüdern scheint verhältnismäßig klar, wer die Bösen und die Guten sind: Die Bösen sind die Geschwister, die das Lieblingskind ihres Vaters nach Ägypten verkauft haben. Sie haben sich von ihrer Eifersucht zu einem Verbrechen hinreißen lassen und ihren Vater belogen und getäuscht. Ihr Bruder Josef dagegen ist der Gute, Edle, der unschuldig zum Sklaven wird, durch eine Intrige im Gefängnis landet, aber dann doch wie Phönix aus der Asche steigt und das Leben eines großen Patriarchen führt. Er kann es sich am Ende sogar leisten, seine ganze Großfamilie mitzuversorgen. Wir haben es in der alttestamentlichen Lesung heute schon gehört:

Textes: 1.Mose 50,15-21 – Genesis 50,15-21 – Basis Bibel (Josef und seine Brüder schließen Frieden)

15 Als Josefs Brüder begriffen, dass ihr Vater tot war, bekamen sie Angst. Sie dachten: »Hoffentlich ist Josef uns gegenüber nicht nachtragend. Sonst wird er uns all das Böse heimzahlen, das wir ihm angetan haben.« 16 Darum ließen sie ihm mitteilen: »Dein Vater hat uns vor seinem Tod aufgetragen, 17 dir zu sagen: ›Vergib deinen Brüdern das Unrecht und ihre Schuld! Ja, sie haben dir Böses angetan. Nun vergib ihnen dieses Unrecht. Sie dienen doch dem Gott deines Vaters!‹« Als Josef das hörte, fing er an zu weinen. 18 Da gingen seine Brüder zu ihm hin, warfen sich vor ihm nieder und sagten: »Wir sind deine Knechte.« 19 Aber Josef sagte zu ihnen: »Fürchtet euch nicht! Bin ich etwa Gott? 20 Ihr hattet Böses für mich geplant. Aber Gott hat es zum Guten gewendet. Er wollte tun, was heute Wirklichkeit wird: ein großes Volk am Leben erhalten. 21 Deshalb fürchtet euch nicht! Ich werde für euch und für eure Kinder sorgen.« Er tröstete sie und redete freundlich mit ihnen.

Wenn man sich an den Satz Jesu aus der Feldrede oder Bergpredigt erinnert, der zu seinen Jünger sagte: „Du siehst den Splitter im Auge deines Bruders oder deiner Schwester.“ Und dann fragt: „Bemerkst du nicht den Balken in deinem eigenen Auge?“ (Lk 6,41), verliert die Josefsgeschichte plötzlich etwas von ihrer märchenhaften Eindeutigkeit. Einen Balken im Auge hat auch Josef. Er hatte ja früher offenbar keine Schwierigkeiten damit, das Lieblingskind zu sein und bevorzugt zu werden. Im Gegenteil. Er zeigte sein Überlegenheitsgefühl und seine Herrschaftsträume deutlich genug. Natürlich ist das nicht halb so schlimm wie der Verkauf des eigenen Bruders, aber die feine Art ist es auch nicht gerade. In Wirklichkeit hat nicht nur Josef seinen Brüdern etwas zu vergeben, sondern auch umgekehrt. Genau genommen hätte auch der Vater, der seinen Lieblingssohn so schamlos bevorzugt hat, die Vergebung seiner Kinder nötig gehabt.

Lässt sich das überhaupt alles ausräumen, wie es der biblische Text behauptet? Oder wird hinter der nackten Existenzangst, die Josefs Brüder zur Unterwerfung treibt und sie aus Angst einen Versöhnungswunsch des alten Vaters erfinden lässt, die alte Eifersucht immer weiterschwelen? Hat vielleicht Josef seine Brüder am Ende so bereitwillig versorgt, nicht, weil er es sich leisten konnte, sondern weil er eingesehen hatte, dass er ihnen auch etwas schuldig geblieben war? Und weil er nicht über die Lippen brachte, dass er auch auf ihre Vergebung angewiesen war und nicht nur sie auf die seine?

Nur in den ganz extremen Fällen sind Schuld und Vergebung einseitig verteilt. Im normalen Familienleben ist es meistens komplizierter. Meist sieht man die größere Schuld bei anderen und bei sich selbst die kleinere – wenn überhaupt. Man glaubt zu wissen, was man selbst verdient hätte und was der andere verdient hätte. Nur: der andere glaubt es auch zu wissen. Bloß andersherum. Deswegen warten beide auf den ersten Schritt des anderen. Vergeblich.

Der gedämpfte Lärm in der Gaststube nahm ab. Langsam leerte sich der Raum. Noch immer saß der Mann am Tisch und hielt sich an der kalten Kaffeetasse fest. Die Frau ihm gegenüber legte ihm die Hand auf den Arm. „Es tut mir leid, dass ich das Nesthäkchen war“, sagte sie. „Ich fand es schön, von allen verhätschelt zu werden, aber ich habe nicht darüber nachgedacht, dass es dich oder euch kränken könnte.“ Überrascht sah er auf. „Aber ich meinte gar nicht dich“, sagte er. „Du musst dich doch nicht entschuldigen. Ich meinte ihn.“ Er sah zu seinem Bruder hinüber. Dieser wirkte inzwischen nicht mehr so attraktiv und selbstbewusst wie noch vor einer Viertelstunde. Die Freunde der Familie hatten sich verabschiedet. Niemand war mehr da, um den der gut gekleidete Mann sich kümmern konnte. Der letzte Mensch, dessen Lieblingskind er gewesen war, war unter der Erde. Und obwohl alle seine Geschwister noch da waren, saß er jetzt allein und spielte mit den Krümeln auf der Tischdecke. Trotz seiner augenscheinlichen Einsamkeit schien er noch nicht gehen zu wollen.

Seine Schwester bemerkte es auch. Dann sah sie ihr Gegenüber an. „Vielleicht bin nicht ich die, die sich entschuldigen muss“, sagte sie. „Aber vielleicht kann er auch nicht so viel dafür, wie wir denken. Vielleicht konnten nicht mal unsere Eltern so viel dafür. Du hast schon Recht: Was verdient man schon in seinem Leben! Unser verkorkstes Verhältnis haben wir alle nicht verdient. Deswegen kann genauso gut ich den Anfang machen. Ich rede mit ihm.“ Amen.

(Geschichte erarbeitet von Gönke Eberhardt)

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Die evangelische Kirche zum Heiligen Kreuz in Hünfeld blickt auf fast 150 Jahre "geschenkte Zeit" zurück / ökumenisches Zusammenleben heute Alltag

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Monatsspruch "Juli 2021"

Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir.
Apg 17,27
Gottesdienst zum 8. Sonntag nach Trinitatis
... aus der Stiftskirche in Hünfeld (Livestream,
ab 25. Juli, 10 Uhr)
Aktuelle Richtlinien für den Kindergartenbetrieb
Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) hat die anstehenden Änderungen bei den Vorgaben für den Kita-Betrieb in einem „Eltern-Fachkraft-Brief“ zusammengefasst.
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Erzieher (m/w/d) gesucht
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Nähere Informationen und die Stellenbeschreibung
Gottesdienst
::: Sonntag, 5. September
14.00 Uhr Gottesdienst des Kooperationsraums Hünfelder Land im Steinbruch bei Steinbach
::: Sonntag, 19. September
10 Uhr Konfirmationsgottesdienst für Konfirmand*innen des Konfi-Kurses 2020/2021 und deren Angehörige
::: Sonntag, 3. Oktober
10.00 Uhr Gottesdienst zum Erntedankfest