Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld

Liebe Gemeinden in Hünfeld, Burghaun und Rothenkirchen,

was wäre, wenn wir alles, was wir zu einem guten Leben brauchen, zur Verfügung hätten und wir es nur anwenden müssten? Aber bevor ich dieser Frage in meinem Grußwort nachgehe, werden Sie vermutlich über die Anrede gestolpert sein: „Liebe Gemeinden
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in Hünfeld, Burghaun und Rothenkirchen“.

Seit Oktober 2023 bin ich nach dem Weggang von Pfarrer Johannes Förster mithilfe von Kolleg*innen, die die Kasualvertretungen (also Beerdigungen, Taufen, Trauungen) übernehmen, für die Gemeinden Burghaun und Rothenkirchen als Vakanzvertreter zuständig.

Gemeinden ohne Pfarrpersonen werden in Zukunft in unserer Kirche die Regel sein. Die kirchliche Wirklichkeit verändert sich derzeit rasant. Viele Pfarrpersonen gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand, und es gibt für die dann frei werdenden Pfarrstellen keine jungen Kolleg*innen in ausreichender Zahl. Zudem werden in Zukunft Pfarrstellen zusammengelegt werden müssen. Der Grund dafür sind die schwindenden Mitgliederzahlen und die damit verbundenen geringeren Kirchensteuereinnahmen. Gleichzeitig wird unser Gebäudebestand kritisch überprüft, sodass es auch in diesem Feld zu einer deutlichen Bestandsminderung kommen wird.

Der Prozess der Veränderung hin zu einer kleiner werdenden Kirche wird vermutlich nicht konfliktfrei vonstatten gehen. Persönlich sehe ich das als einen Prozess an, der zum Leben gehört. Ich komme aus dem Ruhrgebiet und bin mit „Kohle und Stahl“ groß geworden. In meiner Kindheit und Jugend wurden Zechen und Stahlwerke geschlossen – und die Menschen mussten sich, so bitter es war, umorientieren. Dafür gibt es heute keinen Smog mehr, und das Ruhrgebiet ist grüner geworden.

Nach dieser langen Einleitung also die Frage vom Beginn: „Was wäre, wenn wir alles, was wir zu einem guten Leben brauchen, zur Verfügung hätten und wir es nur anwenden müssten?“

Ich verdeutliche das an einem zentralen Satz unseres Glaubens, nämlich dass Jesus Christus für uns gestorben ist. Paulus schreibt im Römerbrief 5,8: „Gott … beweist uns seine Liebe dadurch, dass Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren.“

Gott geht in Vorleistung. Bevor der uns bedrückende und belastende Gedanke kommt, dass wir irgendetwas an unserer misslichen Situation ändern müssen, hat, so Paulus, Gott schon das Lebensentscheidende für uns getan. Viele Christen haben derzeit das Gefühl, dass etwas Grundlegendes nicht stimmt und dass sichere Gewissheiten ins Wanken geraten sind. Im privaten Leben kann sich ebenfalls Unsicherheit ausbreiten. Ich sehe, dass etwas auf eine Krise hinsteuert und erkenne, dass sie mich schon seit einiger Zeit im Alltag begleitet. Krisen können zu panikhaftem Verhalten führen. Was kann ich tun? Das Herz schlägt schneller.

Im 5. Kapitel des Römerbriefs schreibt Paulus von seiner Resilienz. Die Einsicht, dass Gott alles Wichtige für ihn schon getan hat, lässt ihn in seinem angefochtenen Alltag ruhig werden. Das Entscheidende ist schon vollbracht – bevor sich das Leiden meldet. Das Entscheidende ist schon vollbracht, bevor sich Paulus gegen Angriffe und Anfeindungen seiner Gegner wehrt und sich womöglich zu unfairen Attacken hinreißen lässt.

Jesus Christus ist für ihn, für uns gestorben, als er, als wir noch schwach waren – und es immer wieder sind. Gott hat uns seine Liebe bewiesen, d. h. er hat den Beweis angetreten, dass er uns liebt. Gottes Liebe umfasst uns; sie steht vor allem unserem Handeln, unserem Tun und Lassen. Weil diese Liebe die alles entscheidende Größe in unserem Leben ist und sie uns umgibt, kann sogar aus Schwierigkeiten und leidvollen Erfahrungen Hoffnung entstehen. „Und in unserer Hoffnung werden wir nicht enttäuscht. Denn Gott hat uns den Heiligen Geist gegeben und hat unser Herz durch ihn mit der Gewissheit erfüllt, dass er uns liebt“, schreibt Paulus.

Hoffnung hat Gott in unser Herz gegossen. Es sind nicht unbedingt die Erfolge und das glückliche Gelingen, die uns Menschen stark und reif werden lassen, sondern die Erfahrung, selbst im Leiden getragen zu werden und in der Hoffnung gegründet zu sein. In diesen Erfahrungen trägt uns durch die Höhen und Tiefen unseres Lebens die uns begleitende Liebe Gottes: „Gott … beweist uns seine Liebe dadurch, dass Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren.“

Mit der Kraft und dem Mut dieser uns geschenkten Liebe können wir mutig und zuversichtlich durch unser Leben gehen. Wir können in Liebe handeln, und so – allen Umständen zum Trotz – an unserem Ort und in unserer Zeit eine liebevolle Zukunft für alle Menschen gestalten.

Ihr Stefan Remmert

Märchenfastnacht im Kindergarten

Wie in jedem Jahr hielt auch im evangelischen Kindergarten wieder die närrische fünfte Jahreszeit Einzug. Dazu konnten die Kinder ein Thema für unsere Einrichtung aussuchen. Zur Auswahl standen die Themen „Tiere“, „Berufe“ oder „Märchen“.
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Gewonnen hat das Thema „Märchen“. Und so nahm das Ganze seinen Lauf: Um die Märchen besser kennenzulernen, erzählten wir den Kindern die Märchen der Gebrüder Grimm oder lasen sie vor. Sie hörten zu und staunten zum Beispiel über Dornröschen, Frau Holle, das Rotkäppchen, den Froschkönig oder aber auch über das Märchen 1001 Nacht. So manche Geschichte fesselte die Kinder besonders, als beispielsweise der Wolf die Großmutter auffraß. Welch ein Segen, dass sie wenig später den Bauch wieder gesund und munter verlassen konnte! Inhaltlich vertieft wurden die Märchenerzählungen durch passende Stuhlkreis-, Finger- und Stegreifspiele. Besonders beliebt bei den Kindern war dabei das alte Spiellied „Dornröschen war ein schönes Kind“. Der ganze Kindergarten verwandelte sich nach und nach in eine bunte Märchenlandschaft: Die Türen zu den Gruppenräumen wurden zu Schlosseingängen umdekoriert und Girlanden wurden aufgehängt. Allerlei Buntes, das dazu gebastelt wurde, baumelte nun von der Decke und immer wieder begegnete man den selbstgebastelten Froschkönigen.

Als Höhepunkt feierten wir dann am Freitag, den 9. Februar, unsere langersehnte Faschingsmärchenparty im Kindergarten. Alle Kinder und Erzieherinnen kamen toll verkleidet in die Einrichtung. Auch einigen Märchenfiguren konnte man nun begegnen. Los ging es mit einer langen Polonaise durch alle Gruppen mit fetziger, lauter Musik. Dann folgte eine Begrüßung im Turnraum. Um die tollen Kostüme bestaunen zu können, veranstalteten wir eine Modenschau mit Laufsteg. Die meisten Kinder fühlten sich richtig wohl, ihr Kostüm den anderen präsentieren zu können. So manches Kind aber musste dafür auch über seinen eigenen Schatten springen. Alle wurden schließlich mit viel Applaus für ihren Auftritt belohnt.

Für die nun folgenden Märchenstationen in den einzelnen Gruppenräumen bekam jedes Kind einen Märchenpass zum Abstempeln. Um dafür gut gestärkt zu sein, durften sich die Kinder nun über ein leckeres Märchenfrühstück freuen. Viele Mütter hatten dafür auch Kuchen gebacken, und wir ließen es uns richtig gut schmecken. Jetzt ging es rund: In der Pinguingruppe gab es eine Disco mit schwungvoller Musik und bunten Lichtern. Für das Tanzen bekam man einen Stempel in den Märchenpass. In der Hasengruppe war die Malstation. Hier wurde der Märchenpass schön bunt angemalt und man bekam den nächsten Stempel. „Achtung, Foto!“ hieß es in der Spatzengruppe. Mit einer Fotobox konnte sich die Kinder in ihren tollen Kostümen fotografieren lassen. Auch dafür gab es einen Stempel. Den nächsten erhielten sie für das Ausfüllen von Arbeitsblättern in der Marienkäfergruppe. Hatten die Kinder im Turnraum auch noch den Kurzfilm im „Kino“ angeschaut und sich so ihren letzten Stempel verdient, dann bekamen alle bei der „Zauberin“ Frau Kappel dafür einen wohlverdienten Orden. Außerdem gab es für so viel Fleiß ein Päckchen frisch hergestelltes Popcorn. Mmhhh…..

Die Zeit verging wie im Flug. Kaum hatten wir unseren gemeinsamen Abschluss begangen und zusammen ein letztes „Helau“ gerufen, war es schon 12 Uhr und die ersten Eltern standen zum Abholen vor der Tür. Glücklich und zufrieden gingen die Kinder nach Hause und erzählten daheim von dem schönen und erlebnisreichen Faschingstag im Kindergarten.

Heidi Abel

Neuer Dekan Dr. Thorsten Waap im Interview:

„Ich bin beeindruckt von der Energie und Vielfalt, die ich hier wahrnehme“

Im Mai wird Pfarrer Dr. Thorsten Waap sein Amt als Dekan des Kirchenkreises Fulda antreten. Am 28. April wird er um 14 Uhr in der Christuskirche durch Pröpstin Sabine Kropf-Brandau feierlich in sein Amt eingeführt. Im Interview spricht er über die
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Notwendigkeit zur Erneuerung des Glaubens, Gemeinden, in denen die christliche Nähe und menschliche Wärme spürbar wird, und darüber, wie er die evangelische Kirche in Fulda bisher erlebt hat.

Herr Waap, Sie werden am 28. April in Ihr Amt als Dekan eingeführt. Werden Sie mit Ihrer ganzen Familie nach Fulda ziehen?

Wir ziehen als ganze Familie um. Allerdings sind unsere Kinder schon in Beruf und Studium; die jüngste Tochter ist gerade mit dem Abitur beschäftigt, sodass wir nicht immer vollzählig sein werden.

Die letzte Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung hat gezeigt: nicht nur die Kirchenbindung, sondern auch der Glaube an Gott schwinden schneller als erwartet. Müssen wir uns auf die Suche nach neuen Formen der Mission machen?

Ich finde, wir sollten uns zuerst wieder auf die Suche nach den Quellen machen. Wenn der Glaube an Gott schwindet, dann sollten wir als Christinnen und Christen erst einmal selbst wieder die Erneuerung unseres Glaubens angehen. Neue Formen von Mission ergeben sich dann automatisch. Nur mit dem, was uns von Jesus her bewegt, bewegen wir was. Wie kriegt man einen Esel vor einer langen Reise zum Trinken? Nur, indem man einen anderen Esel daneben stellt, der trinkt. Wir sollten trinkende Esel sein!

Die katholische Innenstadtpfarrei in Fulda hat sich zum neuen Jahr mit St. Elisabeth zu einer neuen Pfarrei mit 9.300 Mitgliedern zusammengeschlossen. Erwarten uns im Evangelischen Kirchenkreis Fulda in Zukunft ebenso große Gemeinden?

Ich bin kein Prophet. Vermutlich wird es wohl Zusammenlegungen geben. Die müssen aber Sinn machen, den Menschen und den Ressourcen entsprechen. Mir ist jedenfalls wichtig, dass in allen unterschiedlichen Formen und Größen von Gemeinden die christliche Nähe und die menschliche Wärme einer Gemeinschaft spürbar sein sollte. Jesus ist da, wo zwei oder drei in seinem Namen zusammen sind. 

Welches Buch lesen Sie gerade?

„Zauber der Stille“ von Florian Illies. Es ist ein wunderbares Buch über einen wunderbaren Maler, nämlich Caspar David Friedrich. Und, so klischeehaft es klingt, die Bibel.

Was macht Sie wütend oder unzu-frieden?

Vieles. Wütend machen mich die einfachen Antworten, dieses: Die da oben oder die da drüben! und die Propaganda, die in unserer Gesellschaft, ins-besondere vom rechten Rand aus, hoffähig gemacht wird. Ich bin sehr unzufrieden, dass viele nicht mehr zuhören können und wollen. Es spaltet sich vieles in Lager auf. Der Teufel (diabolos auf griechisch – Auseinanderbringer) liegt nicht mehr nur im Detail.  

Wie haben Sie die evangelische Kirche im Kirchenkreis Fulda bisher erlebt?

Ich bin beeindruckt von der Energie und Vielfalt, die ich hier wahrnehme. Die Landesgartenschau etwa war ein starkes Signal, auch neue Wege zu gehen. Mich beeindrucken aber nicht nur die Events, sondern besonders die Personen, die mit großem Engagement Neues und Altes gestalten. Insbesondere auch in der Fläche des Kirchenkreises, in den kleinen Gemeinden. Ich freue mich wirklich auf die Menschen.

Das Interview führte Claudia Pfanne-Müller, Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenkreises Fulda

Wisst ihr noch, wie es geschehen?

Das Krippenspiel im Familiengottesdienst am Heiligen Abend
Am 17. November 2023 war es endlich wieder so weit: Die Adventszeit war zum Greifen nah, und so trafen sich 16 Jungen und Mädchen gemeinsam mit Andrea Durstewitz und Daniela Dietl im Gemeinderaum, um die Rollen für das Krippenspiel am Heiligen Abend
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zu verteilen. Schnell und unkompliziert war für jedes Kind die passende Rolle gefunden, sodass die wöchentlichen Proben ab dem 3. Dezember 2023 starten konnten.

Mit viel Engagement und immer wieder auch mit eigenen kreativen Ideen zur Umsetzung des Stückes brachten sich die Kinder in die Vorbereitungen ein. Besonders schön war es zu beobachten, wie die großen, bereits erfahrenen Krippenspielkinder die jüngeren Krippenspielkinder durch die Proben begleiteten und sie unterstützten. Es entstand schließlich ein Ergebnis, das sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen konnte.

Am Heiligen Abend wurden die zahlreich in die Kirche strömenden Gottesdienstbesucherinnen und -besucher bereits mit von Kindern gespielten Gitarren- und Keyboardklängen begrüßt. Das Krippenspiel selbst wurde durch einen Gesang der Kinder, der sich mit einem Gemeindegesang abwechselte, eröffnet. Nachdem die Weihnachtsgeschichte in traditioneller Weise erzählt und gespielt worden war, stellte Pfarrer Remmert eine Verbindung zwischen der Geburt Christi und der heutigen Zeit her. Anschließend hatten die Kinder die Gelegenheit, ihre eigenen Anliegen vor Gott zu bringen, indem sie zuvor selbst verfasste Fürbitten vortrugen. Mit weihnachtlichen, von Kindern auf der Trompete und dem Saxophon gespielten Liedern wurden die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher festlich in die Weihnachtszeit entlassen.

An dieser Stelle sei noch einmal ein herzliches Danke an alle Kinder und ihre Eltern gerichtet. Ohne ihre Bereitschaft, sich in der ohnehin terminlich oft sehr vollen Vorweihnachtszeit Zeit für Proben zu nehmen, könnte es ein Krippenspiel am Heiligen Abend nicht geben. In diesem Sinne freuen wir uns heute schon auf das nächste Krippenspiel.

Daniela Dietl

Von gern gesehenen und weniger gern gesehenen Tauben

Tauben sind besondere Vögel. In der Bibel sind sie Botschafterinnen von erfreulichen Ereignissen. In der Geschichte von der Sintflut wird davon erzählt, dass Noah nach dem Ende der Regenfälle ein Fenster der Arche öffnet und Tauben ausfliegen lässt,
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um zu testen, „ob die Wasser sich verlaufen hätten auf Erden.“ (1. Mose 8,8) Als die zweite Taube mit einem Ölblatt im Schnabel zurückkehrt, weiß Noah, dass irgendwo schon wieder Land zum Vorschein gekommen sein muss.

In der Geschichte von der Taufe Jesu wird die Taube sogar zum Symbol des Heiligen Geistes. Dort heißt es: „Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf, und Jesus sah den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über sich kommen. Und siehe, eine Stimme aus dem Himmel sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ (Mt 3,16-17)

Besonders bekannt ist die Taube schließlich als Friedenssymbol. Verantwortlich dafür ist der berühmte Maler Pablo Picasso, der für den Weltfriedenskongress 1949 in Paris die Silhouette einer Taube entworfen hatte. Dadurch hat sich die Taube weltweit zu einem Symbol des Friedens entwickelt. Heute werden manchmal auch Menschen, die sich aktiv für den Frieden einsetzen, als Tauben bezeichnet. So gesehen kann es gerade in einer Zeit, die von gewalttätigen Konflikten geprägt ist, gar nicht genug „menschliche Tauben“ geben.
Doch bei realen Tauben sieht das etwas anders aus. Auf großen öffentlichen Plätzen dürfen Tauben in manchen Städten nicht gefüttert werden, weil sie unangenehme Spuren hinterlassen. Nicht weniger unangenehm sind die Spuren, die Tauben in vielen Kirchtürmen hinterlassen. Und besonders unangenehm ist es, diese Spuren zu beseitigen.
Umso dankbarer sind wir, dass zwei Mitarbeiter unserer Gemeinde diese Aufgabe übernommen haben, die sonst eine Spezialfirma hätte durchführen müssen. Mit der notwendigen Schutzkleidung versehen, haben Dieter Otto und Gerhard Ludewig im September vorigen Jahres den Turm unserer Kirche gereinigt und Fenster und andere Öffnungen im Dach der Kirche so verschlossen, dass Tauben hier in Zukunft hoffentlich kein Schlupfloch mehr finden werden. Dafür sagen wir herzlichen Dank!

Allerdings sitzen viele Tauben immer noch gern auf dem Dachfirst und hinterlassen ihr Spuren auf dem Vorplatz unserer Kirche. Wenn davon beim sonntäglichen Gottesdienstbesuch nicht viel zu sehen sein sollte, liegt auch das daran, dass unser Küster Dieter Otto die Spuren wieder einmal beseitigt hat. Wir hoffen, dass in den nächsten Monaten eine Dachdeckerfirma den Dachfirst so ausstatten kann, dass die Tauben dazu bewegt werden, sich nach einem anderen Aufenthaltsort umzusehen.

Wir wünschen ihnen einen guten Flug und alles Gute in ihrer neuen Umgebung.

Pfarrer Jürgen Gossler

Rekordergebnis der Bastelaktion zugunsten von „Brot für die Welt“

Wie „alle Jahre wieder“ im Dezember das Christuskind kommt, beginnt erfreulicherweise schon im September „alle Jahre wieder“ eine Gruppe von Frauen aus unserer Gemeinde, Dekorationsartikel für die Advents- und Weihnachtszeit anzufertigen, die
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dann auf dem Adventsmarkt der Stadt Hünfeld zum Verkauf angeboten werden. Im vergangenen Jahr erbrachte die Verkaufsaktion die Rekordsumme von 2.956,28 Euro Reinerlös. Dafür danken wir unseren Bastelfrauen, die unter Anleitung von Marianne Mihm wieder über Monate hinweg mit der Herstellung ihrer kleinen Kunstwerke beschäftigt waren, ganz herzlich. Wir hoffen, dass dieser Erfolg unsere Bastelfrauen dazu motiviert, ihre Zeit und ihr handwerkliches Geschick auch in diesem Jahr wieder in den Dienst der Aktion „Brot für die Welt“ zu stellen. Denn das eingenommene Geld kommt der Unterstützung von Menschen in den armen Ländern auf der südlichen Erdhalbkugel zugute, für die die Bitte um das tägliche Brot, die wir im Vaterunser sprechen, oft einen ganz konkreten Hintergrund hat.

Pfarrer Jürgen Gossler

Verwendung der Kollektengelder des Jahres 2023

Nach der bisherigen Kollektenordnung unserer Landekirche, die zu Beginn des Jahres 2021 in Kraft getreten war, wurden die Verwendungszwecke für die Kollekten, die im Gottesdienst erbeten werden, nur noch für einige Sonntage im Jahr von der Landeskirche
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oder der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im Voraus festgelegt.

Alle anderen Kollekten wurden über das ganze Jahr hinweg gesammelt. Am Anfang des folgenden Jahres wurden dann 15 Prozent dieser Kollekten an einen Kollektenfonds überwiesen, aus dem die Landeskirche etwa 20 Projekte aus Diakonie, Kinder-, Jugend- und Bildungsarbeit unterstützt. Die restlichen 85 Prozent der gesammelten Kollekten verblieben in der jeweiligen Kirchengemeinde. Für welche Zwecke dieses Geld verwendet werden sollte, musste der Kirchenvorstand am Anfang des folgenden Jahres entscheiden. Dieses Verfahren kam auch im Hinblick auf die Kollekten des vergangenen Jahres noch einmal zur Anwendung.

Im Jahr 2023 erbrachten die Kollekten, deren Verwendungszwecke nicht zuvor festgelegt worden waren, nach Abzug des landeskirchlichen Anteils einen Betrag von 2.407,51 Euro. Allen Gottesdienstteilnehmer*innen, die durch ihre Gaben zu diesem Ergebnis beigetragen haben, sagen wir herzlichen Dank!

Gemäß dem Beschluss des Kirchenvorstands sollen diese Kollektengelder folgenden Organisationen zugutekommen:

Brot für die Welt: 600,00 Euro
Ökumenischer Hospizverein Hünfeld: 600,00 Euro
Eigene Gemeinde: 1.207,51 Euro

Inzwischen wurde die Kollektenordnung unserer Landeskirche erneut geändert. Seit Anfang dieses Jahres ist wieder jedem Sonn- und Feiertag ein Kollektenzweck zugeordnet, der im Gottesdienst bekanntgegeben wird. Wir begrüßen diese Änderung, weil damit wieder für alle Gottesdienstteilnehmer*innen klar ist, wofür ihre Gabe konkret verwendet wird.

Pfarrer Jürgen Gossler

Schutzkonzept zur Verhinderung von sexualisierter Gewalt

Im Januar 2024 wurde die von der Evangelischen Kirche in Deutschland in Auftrag gegebene ForuM-Studie zu sexualisierter Gewalt in der Evangelischen Kirche veröffentlicht. Die erschreckenden Ergebnisse zeigen, dass das Thema „sexualisierte Gewalt“
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auch in der Evangelischen Kirche über Jahrzehnte hinweg tabuisiert wurde. Den Betroffenen, zumeist Kindern und Jugendlichen, wurde nicht geglaubt; die Täter wurden geschützt.

Um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern, hat die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Fulda bereits im März 2023 ein Schutzkonzept zur Verhinderung von sexualisierter Gewalt verabschiedet. Eine Steuerungsgruppe wurde gebildet und arbeitet kontinuierlich an der Weiterentwicklung dieses Konzepts.

An Präventionsschulungen zum Thema sexualisierte Gewalt haben mittlerweile die Pfarrerinnen und Pfarrer, die Gemeindepädagog*innen, die Kirchenmusiker*innen, die Mitarbeitenden der Verwaltung sowie jeweils zwei Kirchenvorsteher*innen aus jeder Gemeinde teilgenommen. „Alle 24 Kirchengemeinden haben damit in ihren Gemeinden zwei weitere Menschen, die dieses Thema gemeinsam mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin voranbringen können“, sagt der stellvertretende Dekan, Marvin Lange.

Das Schutzkonzept stelle hohe Anforderungen an die kirchliche Arbeit, führt Lange aus. Dazu gehöre auch die Erstellung von Risikoanalysen in den Gemeinden und Einrichtungen des Kirchenkreises, die bis März 2024 abgeschlossen sein sollen. Gleiches gelte für Selbstverpflichtungen. Es handle sich bei dem Anliegen, sexualisierte Gewalt in der Kirche zu verhindern, um eine dauerhafte Aufgabe, dem sich der Evangelische Kirchenkreis Fulda stellen wolle. „Eine Kultur der Veränderung unseres Denkens und Handelns wird nötig sein, um zu einer echten Betroffenen-Perspektive zu gelangen,“ so Marvin Lange.

Im Fall des Verdachts gilt für die Evangelische Kirche Kurhessen-Waldeck (EKKW) die Maxime „Null Toleranz“ – das bedeutet: Die Landeskirche nimmt jeden Verdachtsfall ernst und geht ihm nach. Jeder Fall wird der Kirchenleitung und bei strafrechtlicher Relevanz den staatlichen Stellen gemeldet, es sei denn, die Betroffenen untersagen das. Damit wird eine unabhängige, gründliche und sachbezogene Prüfung der Vorwürfe ermöglicht. Geht es um Kinder und Jugendliche, werden oft auch das Jugendamt oder Fachberatungsstellen einbezogen werden, um das Kindeswohl zu schützen.

Claudia Pfannemülller / Pfr. Jürgen Gossler

Alle Jahre wieder

Zu Weihnachten in der Kirche gehört der Weihnachtsbaum, der – fast wie von Zauberhand – festlich geschmückt pünktlich zum 24. Dezember zu den Gottesdiensten steht. Nun wissen wir alle, dass es keine Mainzelmännchen gibt, die solche Arbeiten erledigen.
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Es braucht Menschen, die sich um diese wichtige und schöne Aufgabe kümmern.

Also wird „alle Jahre wieder“ kurz vor Heiligabend ein Termin festgelegt, an dem der Baum geschmückt werden soll. Einen Tag zuvor wird er zunächst von einem bewährten Team, seit längerer Zeit schon bestehend aus Albert Schulz, Elli Schulz, Dieter Otto und mir, aufgestellt, und der Baumschmuck wird in die Kirche gebracht.

Am nächsten Tag gehen dann die „Künstler“ ans Werk – seit vielen Jahren sind das Gerlinde Steinacker, Marianne Mihm, Ilka Kemmler und Dieter Steinacker – und verwandeln das „Weihnachtsschmuck-Chaos“ in vielen Stunden Arbeit in einen festlich erstrahlenden Baum. Anschließend wird dann noch die Krippe aufgestellt und der Blumenschmuck arrangiert und zu guter Letzt bekomme ich ein Foto geschickt mit der Frage, ob ich mit dem Ergebnis einverstanden bin – und immer finde ich, dass alles wieder einmal wunderschön geworden ist.

Ganz herzlichen Dank an alle, die sich so liebevoll und zuverlässig Jahr um Jahr die Zeit nehmen, um das möglich zu machen!

Pfarrer Stefan Remmert

Zur Situation der Pfarrstelle I in Hünfeld ein Wort in eigener Sache

Hallo Herr Remmert, Sie sind ja gar nicht mehr in Hünfeld? Was machen Sie eigentlich? Wo wohnen Sie denn jetzt?“ Solche und ähnliche Fragen werden mir seit einiger Zeit von Gemeindegliedern gestellt. Darum möchte ich die Situation hier im Gemeindebrief
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mal etwas ausführlicher erklären.

Dass die Lage der Kirche sich immer schneller verändert, ist kein Geheimnis. Alte Gewissheiten schwinden. Immer mehr Menschen treten aus der Kirche aus, und mit dem Rückgang der Mitglieder wird auch die Finanzierungsbasis der Kirchen kleiner. Das wirkt sich auch unmittelbar bei den Pfarrstellenzuschnitten aus. Seit dem 1. Januar 2022 verfügt die Kirchengemeinde Hünfeld nur noch über 1 ¾ Pfarrstellen – ein Rückgang von ¼.

Was bedeutet das konkret für mich persönlich? Seit dem 1. Januar 2023 habe ich auf eigenen Wunsch eine ¾-Stelle, wie es dem jetzigen Pfarrstellenplan entspricht. Mit einer ¾-Stelle erlischt die sogenannte „Residenzpflicht“, also die Pflicht von Pfarrerinnen und Pfarrern, im Gemeindebezirk zu wohnen. Aus diesem Grund lebe ich nun auch nicht mehr in der Pfarrwohnung in der Stiftstraße in Hünfeld.

Ein weiteres Viertel meines Dienstauftrages besteht in der Freistellung für die Pfarrvertretung unserer Landeskirche, der EKKW, sodass ich dann doch wieder eine ganze Stelle habe. In der EKKW gibt es analog zur Mitarbeitervertretung auch eine Pfarrvertretung, die jeweils für vier Jahre gewählt wird. Ich bin bis Juni 2026 zum stellvertretenden Vorsitzenden dieses Gremiums gewählt worden. Im Rahmen dieser Tätigkeit bin ich hin und wieder auch über die Grenzen unserer Landeskirche hinaus EKD-weit unterwegs.

Mit Wirkung vom 1. Oktober 2023 habe ich zudem die Vakanzvertretung in den Kirchengemeinden Burghaun und Rothenkirchen übernommen, wo die Pfarrstelle nach dem Weggang von Pfarrer Johannes Förster derzeit unbesetzt ist. Eine Nachfolger*in wird derzeit gesucht, die Position ist mit einer ganzen Stelle ausgeschrieben. Ob sich jemand bewerben wird, ist aber unklar. Viele Gemeinden in unserer Landeskirche finden keine Pfarrperson mehr, da immer weniger junge Menschen diesen Beruf ergreifen.

Zu meinen Vakanzaufgaben gehören u.a. das Leiten der Kirchenvorstände, der Konfirmandenunterricht sowie die Kasualien, also Taufen, Trauungen und Beerdigungen. Bei den Bestattungen helfen mir Kolleg*innen, die einen Vertretungsdienstauftrag haben. Zurzeit ist das Pfarrer Harald Krüger aus Hohenroda-Mansbach.

Ab dem 1. Januar 2026 wird es im Kirchenkreis Fulda einen neuen Pfarrstellenplan geben. Bis dahin wird geklärt worden sein, welche Kürzungen es bei der Pfarrstellenbemessung geben wird und wie viele Pfarrstellen die Gemeinde Hünfeld für die nächsten Jahr vom Kirchenkreis Fulda durch die Kreissynode zugewiesen bekommt.

Ihr ¾-Pfarrer Stefan Remmert

Bildquellen: Bildquellen: Magazin Gemeindebrief 6/2018, 2/2021, 2/2024, Privatfotos