Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld

Herzlich willkommen

auf der Homepage der evangelischen Kirchengemeinde in Hünfeld. Wir freuen uns, dass Sie unsere Seiten im Internet besuchen!

Gottesdienste in der Hünfelder Stiftskirche

Die Gottesdienste unserer Gemeinde beginnen jeweils sonntags um 10.00 Uhr in der Stiftskirche. Für die Teilnahme am Gottesdienst ist keine Anmeldung nötig. Von allen Teilnehmenden müssen jedoch einige Angaben zur Person erfasst werden, um ggf. eine Nachverfolgung von Infektionen mit dem Corona-Virus zu ermöglichen. Dies gilt auch im Hinblick auf die Teilnahme an Taufen, Trauungen und Trauerfeiern. Um die Erfassung der erforderlichen Daten zu erleichtern, bitten wir alle Gemeindemitglieder, nach Möglichkeit Name, Adresse und Telefonnummer bereits in schriftlicher Form mitzubringen und vor Beginn des Gottesdienstes abzugeben. Ein vorbereitetes Formular hierfür finden Sie am Ende dieses Abschnitts als PDF-Datei zum Ausdrucken.

Um der Gefahr einer Infizierung mit dem Virus entgegenzuwirken, müssen einige Schutzmaßnahmen beachtet werden:
  • Beim Betreten und Verlassen der Kirche ist das Tragen einer Schutzmaske erforderlich, die aber während des Gottesdienstes abgenommen werden kann.
  • Am Eingang der Kirche steht ein Spender zur Desinfektion der Hände bereit.
  • Wegen der damit verbundenen erhöhten Infektionsgefahr ist kein Gemeindegesang erlaubt.
  • Wie in allen öffentlichen Räumen gilt ein Abstandsgebot von 1,5 Metern zur nächsten Person.
Für Gemeindemitglieder, die aus gesundheitlichen Gründen nicht am Gottesdienst teilnehmen können, besteht ab Sonntag die Möglichkeit, die Predigt des Gottesdienstes auf der Homepage nachzulesen. Wer nicht über einen Internetzugang verfügt, kann sich die Predigt auch schriftlich zusenden lassen. Ein Anruf im Gemeindebüro (Tel. 2385) genügt.

Predigt zum 8. Sonntag nach Trinitatis - 2. August 2020
(Pfarrer Jürgen Gossler)

Gnade und Friede von Gott, unserm Vater,
und von unserm Bruder Jesus, dem Christus.

Wir hören auf Worte aus dem Epheserbrief. Er stammt von einem unbekannten Verfasser, der sich nach dem Vorbild des großen Apostels Paulus nennt. Im 5. Kapitel seines Briefes schreibt er Folgendes:

8b Wandelt als Kinder des Lichts! 9 Die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. 10 Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist, 11 und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf. 12 Denn was von ihnen heimlich getan wird, davon auch nur zu reden, ist schändlich. 13 Das alles aber wird offenbar, wenn's vom Licht aufgedeckt wird.

Liebe Gemeinde,
es ist jetzt etwa 10 ½ Jahre her, da brachte Pater Klaus Mertes einen Stein ins Rollen, der eine Lawine auslöste. Pater Mertes war zu dieser Zeit der Leiter des Canisius-Kollegs in Berlin. Das Canisius-Kolleg ist eine Schule, die vom Jesuitenorden betrieben wird. Pater Mertes hatte herausgefunden, dass Angehörige seines Ordens in den 1970er und 80er Jahren Schüler des Canisius-Kollegs sexuell missbraucht hatten – und das über Jahre hin-weg.

Was sollte er nun tun? Wie sollte er mit diesem schrecklichen Wissen umgehen? Sollte er es aus Sorge um den guten Ruf seiner Schule für sich behalten und darauf hoffen, dass nie jemand etwas davon erfährt? Oder sollte er sogar alle Spuren, die ihn zu den Missbrauchsfällen hingeführt hatten, beseitigen, um das, was geschehen war, für immer zu vertuschen?

Pater Mertes entschied sich dafür, einen anderen Weg zu gehen. Er breitete über dieses finstere Kapitel in der Geschichte seiner Schule nicht den Mantel des Schweigens, sondern teilte seine Entdeckung ehemaligen Schülern im Januar 2010 mit. Er setzte also das, wozu der Verfasser des Epheserbriefs aufruft, in die Tat um: „Habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf!“

Schon bald stellte sich heraus, dass das Canisius-Kolleg kein trauriger Einzelfall war. In kurzer Zeit folgten viele weitere Berichte über ähnliche „Werke der Finsternis“ an anderen Orten und in anderen Einrichtungen der katholischen Kirche. Diese Berichte weiteten sich zu einem Missbrauchsskandal aus, der die katholische Kirche nachhaltig erschütterte und eine Lawine von Prozessen in Gang setzte. Über 3.600 Fälle des Missbrauchs von Minderjährigen wurden im Laufe der folgen¬¬den Jahre aufgedeckt. Doch nicht nur in der katholischen, sondern auch in der evangelischen Kirche hat es Missbrauchsfälle gegeben. Über 700 solcher Fälle wurden inzwischen aufgedeckt. Die meisten davon in evangelischen Kinderheimen.

Liebe Gemeinde, ich weiß nicht, ob man mir das anmerkt: Aber es fällt mir nicht leicht, über dieses Thema zu reden. Schon gar nicht in einer Predigt. Es kostet mich Überwindung. Und das, obwohl ich nicht selbst betroffen bin, und auch niemanden, der betroffen ist, persönlich kenne. Wie schwer muss es dann erst den Opfern fallen, über das zu reden, was sie am eigenen Leib und an der eigenen Seele erlebt und erlitten haben. Die meisten konnten darüber Jahrzehnte lang überhaupt nicht reden. Und deshalb ist es so wichtig, dass Menschen, die von solchen Vorkommnissen sichere Kenntnis erlangen, diese „Werke der Finsternis“ aufdecken. So, wie es Pater Mertes damals getan hat. Denn erst dann finden auch die Opfer die Sprache wieder, die ihnen das furchtbare Geschehen verschlagen hat. Erst wenn eine andere Person Licht in das Dunkel gebracht hat, können auch die Opfer anfangen, über das, was ihnen widerfahren ist, zu reden.

„Wandelt als Kinder des Lichts“, sagt der Schreiber des Epheserbriefs. „Die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.“ Als Kinder des Lichts haben wir die Aufgabe, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Denn nur dann kann Gerechtigkeit geschehen. Nur, wenn die Wahrheit ans Licht kommt, können die Täter zur Verantwortung gezogen und die Opfer entschädigt werden. Und deshalb müssen die Werke der Finsternis aufgedeckt werden.

Aber der Schreiber des Epheserbriefs sagt über die „Werke der Finsternis“ auch: „Was von ihnen heimlich getan wird, davon auch nur zu reden, ist schändlich.“ Das klingt beim ersten Lesen oder Hören nach einem Widerspruch: Einerseits sollen die Werke der Finsternis aufgedeckt werden, andererseits wäre es „schändlich“, über sie reden. Aber wenn man über diese Worte etwas länger nachdenkt, dann erweisen sie sich als eine Anleitung, wie man mit „Werken der Finsternis“, zu denen der sexuelle Missbrauch von Minderjährigen ohne Zweifel gehört, umgehen sollte.

Ja, es ist wichtig, dass solche Vorfälle aufgedeckt werden. Aber über das, was die Täter mit ihren Opfern heimlich getan haben, in der Öffentlichkeit zu reden – das wäre wahrhaftig schändlich. Was im Einzelnen geschehen ist, darf nicht ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt werden. Und das ist ja leider nicht selbstverständlich. Denn es gibt Journalisten, die darauf spezialisiert sind, Skandale aufzudecken. Und für eine Geschichte, die Schlagzeilen macht, scheuen manche dieser sogenannten Enthüllungsjournalisten auch nicht davor zurück, im Privatleben von Menschen herumzuschnüffeln und intime Geheimnisse zu enthüllen.

Das, liebe Gemeinde, hat mit dem Auftrag, der uns als Christen gegeben ist, allerdings nichts zu tun. Als Kinder des Lichts haben wir zwar den Auf-trag, die Werke der Finsternis aufzudecken. Aber nicht etwa, um die Sensationsgier eines neugierigen Publikums zu befriedigen, sondern um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Und die christliche Wahrheit steht nicht nur im Dienst der Gerechtigkeit, sondern auch im Dienst der Güte. Ja, die Güte steht sogar an erster Stelle: „Die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.“ Und deshalb darf die Wahrheit nicht schonungslos offen gelegt werden. Sie muss so offen gelegt werden, dass die betroffenen Menschen dabei so weit wie möglich geschont werden. Die Enthüllung der Wahrheit darf die Opfer nicht bloßstellen. Ja, sie muss sogar Rücksicht nehmen auf die Täter.

Um nicht missverstanden zu werden: Es geht nicht darum, die sexuellen Übergriffe der Täter zu verharmlosen. Dass ihre Taten nicht verjähren, zeigen die Alpträume der Opfer auch noch Jahrzehnte nach den Taten. Doch als „Kinder des Lichts“ erweisen wir uns nur, wenn wir die Täter nicht einfach verdammen, sondern auch ihnen mit Güte begegnen. Das bedeutet nicht, dass wir über ihre Taten hinweggehen sollen, als sei nichts geschehen. Das tut Gott auch nicht. In seinem Brief an die Römer fragt der Apostel Paulus: „Erkennst du denn nicht, dass Gottes Güte dich dazu bewegen will, dein Leben zu ändern?“ (Röm 2,4b – Basis Bibel)

Güte soll gute Folgen haben. Sie soll Menschen, die Schuld auf sich geladen haben, die Chance geben, ihre Taten aufrichtig zu bereuen und ihre Schuld einzugestehen: vor sich selbst, vor Gott und vor den Menschen, an denen sie schuldig geworden sind. Denn das ist die Voraussetzung dafür, dass schuldig gewordene Menschen ihr Leben ändern können.

Aber das, liebe Gemeinde, gilt ja nicht nur für Menschen, die schwere Straftaten begangen haben. Auch wir verhalten uns ja nicht immer so, wie es dem Willen Gottes entspräche und wie es unseren Nächsten guttäte. Und dass andere vielleicht noch viel Schlimmeres getan haben als wir, macht unsere eigenen Verfehlungen ja nicht ungeschehen. Und deshalb bedürfen auch wir immer wieder der Güte unserer Mitmenschen, die wir auch ihnen gewähren sollen.

Aber Güte zeigt sich eben nicht darin, dass man Menschen machen lässt, was sie wollen, und vor allem, was sie anderen antun, die Augen verschließt. Das wäre keine Güte, sondern Gleichgültigkeit. Und kaum etwas anderes begünstigt die „Werke der Finsternis“ so sehr wie die Gleichgültigkeit. Und daran sollten wir als „Kinder des Lichts“ uns nicht beteiligen. Denn „die Frucht des Lichts“, die wir als hervorbringen sollen, ist niemals Gleichgültigkeit, sondern „Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit“. Amen.

Der Frauenkreis

Der Frauenkreis der Ev. Kirchengemeinde Hünfeld stellt sich vor.

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Programm 2020 und weitere Veranstaltungen für Frauen im Kirchenkreis Fulda.

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Ökumenischer Singkreis

"Gottes wunderbare Schöpfung" Jubiläumskonzert zum 30-jährigen Bestehen des Ökumenischen Singkreises Hünfeld

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Sprüche

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Zur Geschichte unserer Gemeinde

Die evangelische Kirche zum Heiligen Kreuz in Hünfeld blickt auf fast 150 Jahre "geschenkte Zeit" zurück / ökumenisches Zusammenleben heute Alltag

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Monatsspruch "August 2020"

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
Ps 139,14
Erzieher (m/w/d) gesucht
für unseren Kindergarten "Zum Heiligen Kreuz"
Nähere Informationen und die Stellenbeschreibung
Videoandacht aus der Hünfelder Stiftskirche
zum 2. August 2020
Das 'Wort des Tages'
und eine Andacht zu den jeweiligen Sonntagen finden Sie auf der
Gottesdienst
::: Sonntag, den 6. September 2020
14.00 Uhr Gottesdienst des Kooperationsraums Hünfelder Land im Steinbruch bei Steinbach (bei Regenwetter in der Steinbacher Kirche) mit Vorstellung des Jahrespraktikanten für die Jugendarbeit
::: Sonntag, den 27. September 2020
10.00 Uhr und 11.00 Uhr Gottesdienst zur Einführung der neuen Konfirmand*innen
::: Sonntag, den 4. Oktober 2020
10.00 Uhr und 11.00 Uhr Gottesdienst zum Erntedankfest
::: Samstag, den 31. Oktober 2020
18.00 Uhr und 19.30 Uhr Reformationsgottesdienst