Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld

Herzlich willkommen

auf der Homepage der evangelischen Kirchengemeinde in Hünfeld. Wir freuen uns, dass Sie unsere Seiten im Internet besuchen. Sie finden hier Informationen zu unserer Gemeinde, unseren Angeboten, Kontaktmöglichkeiten und Veranstaltungen. Sehr gerne würden wir Sie auch persönlich bei uns begrüßen.

Einladung zum Gemeindefest

11. September 2022 ab 14 Uhr
Rund um die Stiftskirche

14.00 Uhr Gemeinde- und Familiengottesdienst mit Tauferinnerung unter Mitwirkung des neuen Konfirmandenjahrgangs

Anschließend:


Kaffee und Kuchen, Grillwürstchen, Erfrischungsgetränke

Bastelaktion für Kinder,

unterstützt von den Konfirmandinnen und Konfirmanden

Unsere Gottesdienste

Unsere Gottesdienste in der Hünfelder Stiftskirche finden in der Regel sonntags um 10.00 Uhr statt.

Für die Teilnahme am Gottesdienst ist keine Anmeldung erforderlich, und es erfolgt keine Kontaktdatenerfassung. Ebenso müssen momentan auch keine medizinischen Masken mehr getragen werden, aber selbstverständlich steht es allen Besuchern frei, dies weiterhin tun.

Als Christinnen und Christen gilt für uns das Gebot der Nächstenliebe und der Fürsorge. Wir gehen deshalb davon aus, dass sich unsere Gottesdienstbesucher verantwortlich verhalten und Rücksicht aufeinander nehmen.

Für Gemeindemitglieder, die unter diesen Voraussetzungen nicht am Gottesdienst teilnehmen können oder möchten, besteht weiterhin die Möglichkeit, die Predigt auf unserer Homepage nachzulesen.

Wer nicht über einen Internetzugang verfügt, kann sich die Predigt auch schriftlich zusenden lassen. Ein Anruf im Gemeindebüro (Tel. 06652 / 2385) genügt.

Predigt zum 8. Sonntag nach Trinitatis am 07.08.2022 von Pfarrer Stefan Remmert

Liebe Gemeinde,
wir machen es täglich. Vor allem morgens. Auch über den Tag hinweg immer wieder. Wir schauen in den Spiegel. In der Regel im Bad nach dem Aufstehen, beim Zähneputzen, während wir uns auf den Tag vorbereiten. Auch bevor wir das Haus verlassen, gehört meist ein kurzer Blick in den Spiegel für viele zur Alltagspraxis. Denn warum sonst gibt es in fast jedem Hausflur einen Spiegel? Die Frage: Sitzt die Frisur? Passt das Sakko zum Hemd? In den Spiegel zu schauen, gehört zu den Routinen unseres Alltags. Die herausragende Leistung eines Spiegels machen wir uns kaum je wirklich bewusst: Ohne Spiegel – sehen wir uns nicht! Also zumindest, was unsere Gesamterscheinung und vor allem auch unser Gesicht anbelangt. Wie sagte Edmund Husserl so treffend: Ohne Spiegel steht der Leib sich „bei der Wahrnehmung seiner selbst im Wege“. Er braucht den Umweg über den Spiegel, um sich selbst in den Blick zu bekommen. Ohne Spiegel – sehen wir uns nicht!

Es ist diese Leistung, die den Begriff des Spiegels zu einer zentralen Metapher unserer Kulturgeschichte werden ließ. Der Begriff des Spiegels bezeichnet nicht nur dieses Ding an der Wand, in dem wir unser Äußeres überprüfen. Wir verwenden das Wort auch im übertragenen Sinn. Und zwar für all diejenigen Größen, von denen wir glauben, dass sie uns helfen, etwas über uns selbst in Erfahrung zu bringen.

So gelten zum Beispiel andere Menschen als Spiegel unseres Selbst. Bereits Aristoteles hat den Spiegelbegriff so verwendet: „Wie wir nun, wenn wir unser eigenes Gesicht sehen wollen, durch einen Blick in den Spiegel den Anblick zustande bringen, so müssen wir auch, wenn wir unser eigenes Wesen erkennen sollen, auf den Freund blicken: dann kommen wir zur Erkenntnis.“ In genau demselben Sinn haben andere die Kunst als Spiegel beschrieben: Ein Roman, ein Theaterstück, eine Skulptur „geben uns nicht wieder, was wir auch ohne ihre Hilfe erkennen können, sondern sie dienen vielmehr als Werkzeug der Selbstenthüllung“, so der Philosoph Arthur Danto. Ohne sie – ein gutes Buch, einen guten Film – sehen wir uns nicht. Sie dienen unserer Selbsterkenntnis.

Biblische Texte sind ebenfalls Spiegel, in denen wir uns betrachten können. Auch unser Predigttext ist solch ein Spiegel. Dabei ist es nicht der Partner oder eine Freundin oder ein Mitmensch, der hier als „Werkzeug der Selbstenthüllung“ in den Blick kommt, auch kein literarischer Text, kein Gemälde oder ein sonstiges Kunstwerk. Es ist ein rituelles Geschehen, das für Paulus etwas über uns verrät: die Taufe. „Um dich zu sehen, schau auf die Taufe“, mit diesem Motto könnte man den folgenden Text aus dem Römerbrief vielleicht überschreiben. In der Taufe erfährst du etwas über dein „eigenes Wesen“. In der Taufe enthüllt sich dein Selbst, siehst du, wer du bist.

Predigttext: Römer 6,3-11 – BasisBibel
3 Ihr wisst doch: Wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, sind einbezogen worden in seinen Tod. 4 Und weil wir bei der Taufe in seinen Tod mit einbezogen wurden, sind wir auch mit ihm begraben worden. Aber Christus wurde durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt. So werden auch wir ein neues Leben führen.
5 Denn wenn wir ihm im Tod gleich geworden sind, werden wir es auch in der Auferstehung sein. 6 Wir wissen doch: Der alte Mensch, der wir früher waren, ist mit Christus am Kreuz gestorben. Dadurch wurde der Leib vernichtet, der im Dienst der Sünde stand. Jetzt sind wir ihr nicht mehr unterworfen. 7 Wer gestorben ist, auf den hat die Sünde keinen Anspruch mehr. 8 Wir sind nun also mit Christus gestorben. Darum glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden. 9 Wir wissen doch: Christus wird nicht mehr sterben, nachdem er vom Tod auferweckt wurde. Der Tod hat keine Macht mehr über ihn. 10 Denn sein Sterben war ein Sterben für die Sünde – das ist ein für alle Mal geschehen. Aber das Leben, das er jetzt lebt, lebt er ganz für Gott. 11 Genau das sollt ihr auch von euch denken: Für die Sünde seid ihr tot. Aber ihr lebt für Gott, weil ihr zu Christus Jesus gehört.

Die Taufe ist ein Spiegel unseres Selbst. Der Blick auf sie eröffnet eine neue Sicht auf uns. – Um zu beschreiben, was man da sieht, wer einem da entgegenblickt, wenn man in den Spiegel der Taufe schaut, greift Paulus zu großen Worten. Es sind nicht die Worte des Freundes, kein Alltagsgespräch, auch nicht der freundschaftliche Rat bei einem Glas Bier, der uns hier zur Selbsterkenntnis führt. Es sind auch nicht die Worte der Kunst, die lyrische Wendung, das erhellende Wortspiel, die emotional bewegende Anrede. Es ist die Sprache des theologischen Arguments: Paulus appelliert an Bekanntes und bezieht sich auf gemeinsame Glaubensüberzeugungen: „3Ihr wisst doch“; „6Wir wissen doch“. Er greift auf die großen Konzepte des urchristlichen Bekenntnisses zurück – „Tod“ und „Leben“, „Auferstehung“, „Sünde“, Gott. Und er schließt, folgert, sucht aus dem Bekannten argumentative Funken zu schlagen, um seine Sicht plausibel zu machen: „Denn wenn wir ihm im Tod gleich geworden sind, werden wir es auch in der Auferstehung sein.“

Die Argumentation ist komplex und man braucht einige Zeit, den einzelnen Schritten des anspruchsvollen Gedankengangs zu folgen. Aber die Grundrichtung des Arguments ist deutlich: Der Glaube an Jesus Christus weiß von einer Macht, die selbst im Tod, aus dem Nichts, noch Leben schafft. Diese Macht bestaunen wir nicht nur wie ein fremdes Schauspiel; in der Taufe bekommen wir vielmehr selber daran Anteil. Sie ergreift uns und wirkt an und in uns. Sie verändert unser Leben: „Wir werden ein neues Leben führen“; „Die Sünde hat keinen Anspruch mehr auf unser Leben“; „Wir leben für Gott“.

Auch wenn uns die Formulierungen fremd sind und für uns theologisch abstrakt daherkommen, so muss man sich das doch einmal auf der Zunge zergehen lassen: Ein neuer Lebenswandel, Freiheit von der Macht der Sünde, ein Leben für Gott – mithin das, was für Paulus nicht weniger als die eigentliche Bestimmung des Menschen ist –, daran haben wir Anteil, das müssen wir nicht selber machen. Von Gott her hat er uns so gemacht, wir müssen uns nicht selbst dazu machen. Das Leben, das Gott gefällt, das freie Leben, das Leben in der Fülle des Heils ist nicht ein Ziel, auf das wir hinarbeiten müssen oder können, vielmehr als Getaufte ist es der Boden, auf dem wir stehen und gehen. Schau auf die Taufe – und du siehst dich so.

Gibt es Erfahrungen, wo die theologischen Gedankengänge konkret werden in unseren Lebenserfahrungen? Vielleicht sind es ja Erfahrungen, wie Achim sie macht. Achim ist der Protagonist einer Kurzgeschichte von Margret Steenfatt. Manch einer wird sie kennen. Sie ist mitunter Thema im Deutschunterricht. Die Kurzgeschichte heißt „Im Spiegel“.

Ich stelle mir Achim im Jugendalter vor. Eine Zeit, in der man auf der Suche nach sich selbst ist und daher mehr als sonst Spiegel braucht, in denen wir uns sehen können. Aber in welcher Zeit braucht man sie nicht! „‚Du kannst nichts‘, sagten sie“, so beginnt die Erzählung. Du kannst nichts, „‚du machst nichts, aus dir wird nichts‘. Nichts. Nichts. Nichts.“ Auch so können die Spiegel sprechen, von denen wir uns einen Blick auf unser Selbst versprechen. Und dieses vernichtende Urteil scheint sich tief in die Selbstwahrnehmung des jungen Protagonisten eingeschrieben zu haben. An einen aufrechten Gang, einen mutigen Start in den Tag mit dem Ziel, die Welt und das Leben für sich zu erobern, ist mit solch einer Lebenssicht nicht zu denken. Wir sehen Achim vergraben „unter Decke und Kissen“; mit starrendem Blick gegen die Zimmerdecke, die in ihrem „Weiß“ nicht den Grund für schöne Träume und bunte Ausmalungen der Zukunft gibt, sondern dieses leere „Nichts“ ist nur fahl und bitter.

Irgendwann steht Achim auf und geht zum „Spiegel“, der in seinem Zimmer steht. Wie gesagt, der Gang vor den Spiegel, er gehört zu unserer Alltagspraxis. Nur dass Achim den Spiegel nicht benützt, um sich frischzumachen, zu für den Tag fertig zu machen und routiniert sein Äußeres zu überprüfen. Der Blick in den Spiegel steigert sich vielmehr zu einer eindringlichen Szene suchender Selbstbetrachtung. Achim kommt dem Spiegel so nahe, „dass er glaubt (…), das Glas zwischen sich und seinem Spiegelbild durchdringen zu können“. Dann legt er Hand an, genauer: seine „Handflächen“, „gegen sein Gesicht im Spiegel“; er lässt „seine Finger sanft über Wangen, Augen, Stirn und Schläfen kreisen, streichelt (…)“ – und fühlt: „nichts als Glätte und Kälte“.

Achim greift darauf zu einer „Pappschachtel“ mit „Schminke“, Farben und „zerdrückte(n) Tuben“. Er malt „zwei dicke Striche auf das Glas, genau dahin, wo sich seine Augenbrauen im Spiegel“ zeigen. Mit Weiß, wovon er „reichlich“ hat, streicht er „über Kinn, Wangen und Nase“. „Schwarz und Weiß sehen gut aus“, denkt er, „fehlt noch Blau“. Achim „grinst (…) seinem Bild zu, holt sich das Blau“ und färbt „die Spiegelstellen über Stirn und Augenlidern.“ „Eine Weile verharrt (…) er vor dem bunten Gesicht“. – Dann „rückt (…) er ein Stück zur Seite, und wie ein Spuk taucht (…) sein farbloses Gesicht im Spiegel wieder auf, daneben eine aufgemalte Spiegelmaske.“ Er tritt zurück. Holt „mit dem Arm weit aus“. Und lässt „seine Faust in die Spiegelscheibe krachen.“ Klirr.

Sind es diese Lebenserfahrungen, in deren Licht die großen theologischen Formeln des Paulus zu sprechen beginnen? Ich finde: Ja. Ja, da wo alles und jeder – oder vielleicht auch nur manche – in uns ein bloßes „Nichts“ sehen. Da, wo wir uns selbst als zu „farblos“ und blass erscheinen. Da, wo uns der aufrechte Gang nicht gelingt und wir uns lieber unter „Decke und Kissen“ vergraben, da hält uns Paulus einen Spiegel vor, der uns vielleicht nicht gleich bunt und außergewöhnlich zeichnet, aber doch als jemanden, der Gott gefällt, der gut und recht ist, ja mehr noch, der ein Leben hat, das frei ist, ein Leben, das er frei gestalten kann.

Gott macht uns mit der Taufe das Angebot, uns so zu sehen: frei, lebendig – ein sinnvolles Leben, weil es in Leben für und mit Gott ist. Und vielleicht gelingt es uns, wenn wir uns in der Taufe spiegeln, dass zu tun was Armin tat, den Spiegel, der uns herabsetzt, der uns nur Ungenügen und Wertlosigkeit vorhält, einfach zu zerdeppern. Ich wünsche es mir.

Ohne Spiegel – sehen wir uns nicht. Das ist so. Aber schauen wir hin und wieder hinein, auch in den Spiegel der Taufe! Amen.

Der Frauenkreis

Der Frauenkreis der Ev. Kirchengemeinde Hünfeld stellt sich vor.

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Sprüche

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Zur Geschichte unserer Gemeinde

Die evangelische Kirche zum Heiligen Kreuz in Hünfeld blickt auf fast 150 Jahre "geschenkte Zeit" zurück / ökumenisches Zusammenleben heute Alltag

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::: Sonntag, 11. September 2022
14.00 Uhr Gottesdienst zum Gemeindefest mit Tauferinnerung und Einführung des neuen Konfirmandenkurses
::: Sonntag, 2. Oktober 2022
10.00 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl zum Erntedankfest
::: Montag, 31. Oktober 2022
19.00 Uhr Reformationsgottesdienst für die Gemeinden des Kooperationsraums Hünfelder Land in der Kirche zu Buchenau