Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld

Herzlich willkommen

auf der Homepage der evangelischen Kirchengemeinde in Hünfeld. Wir freuen uns, dass Sie unsere Seiten im Internet besuchen. Sehr gerne würden wir Sie auch persönlich bei uns begrüßen. Informationen zu unserer Gemeinde, den Angeboten und Kontaktmöglichkeiten sowie Veranstaltungen finden Sie auf diesen Seiten.

Herzliche Einladung zu unseren Gottesdiensten!

Liebe Gemeindemitglieder,

die Gottesdienste in der Hünfelder Stiftskirche finden in der Regel sonntags um 10.00 Uhr in der Stiftskirche statt. Für die Teilnahme am Gottesdienst ist keine Anmeldung und auch keine Kontaktdatenerfassung mehr erforderlich.

Die Gottesdienste werden im Normalfall weiterhin nach der AHA+L-Regel durchgeführt.

- Beim Betreten und Verlassen der Kirche muss eine medizinische Maske getragen werden, die auf dem Platz abgenommen werden kann.

- Gemeindegesang ist wieder möglich, ist aber nur mit Maske erlaubt.

- Am Eingang der Kirche steht ein Spender zur Desinfektion der Hände bereit.

- Wie in allen öffentlichen Räumen gilt ein Abstandsgebot von 1,5 Metern.

Für Gemeindemitglieder, aus gesundheitlichen Gründen nicht an den Gottesdiensten teilnehmen können, besteht die Möglichkeit, die Predigt hier auf der Homepage nachzulesen.

Wer nicht über einen Internetzugang verfügt, kann sich die Predigt auch schriftlich zusenden lassen. Ein Anruf im Gemeindebüro (Tel. 06652 / 2385) genügt.

Gemeindebrief Juli, August, September, Oktober 2021






Gemeindebrief der Evangelischen Kirchengemeinde Hünfeld für Juli, August, September, Oktober 2021


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Predigt zum 21. Sonntag nach Trinitatis (24. Okt. 2021)
von Pfarrer Jürgen Gossler

Gnade und Friede von Gott, unserm Vater,
und von unserem Bruder Jesus, dem Christus. Amen.

Liebe Gemeinde,
das Leben ist nicht immer ein Zuckerschlecken. Manchmal ist es eher ein Kampf. Auch für uns Christen. Und wofür und wogegen sollen wir kämpfen? Die Antwort, die auf diese Frage oft gegeben wurde, lautet: Wir sollen für den rechten Glauben kämpfen und gegen die Ungläubigen. Im Mittelalter sind die Kreuzritter für diesen Kampf ins Heilige Land gezogen und haben einen „heiligen Krieg“ gegen die Moslems geführt. Im Zeichen des Kreuzes und im Namen Gottes. Heute ist es eher umgekehrt. Heute kämpfen radikale Moslems gegen die Ungläubigen. Sie führen einen „heiligen Krieg“ gegen Juden und Christen. Im Zeichen des Halbmonds und im Namen Gottes.

Sowohl Moslems als auch Christen haben also schon mehr als einmal den Versuch unternommen, den rechten Glauben und – damit die „bessere Welt“ – mit Gewalt herbeizuzwingen. In der Überzeugung, dass sie damit den Willen Gottes erfüllen. Und sie haben sich dazu immer wieder auf ihre Heiligen Schriften berufen. Konnten die Christen das mit Recht tun?

Eine Antwort auf diese Frage lässt sich dem Epheserbrief entnehmen. Verfasst wurde er von einem Mann, der sich selbst nach dem Vorbild des großen Apostels Paulus nennt. Im 6. Kapitel seines Briefes schreibt er:

10 Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. 11 Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels. 12 Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.
13 Deshalb ergreift die Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag Widerstand leisten und alles überwinden und das Feld behalten könnt.
14 So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit 15 und an den Beinen gestiefelt, bereit, einzutreten für das Evangelium des Friedens. 16 Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösen, 17 und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes.

Liebe Gemeinde, kein Zweifel: Paulus ruft die Christen zu einem Kampf auf. Und er fordert sie auf, sich auf diesen Kampf gut vorzubereiten. Er fordert sie auf, „die Waffenrüstung Gottes“ anzuziehen. Das klingt doch sehr nach einem Aufruf zum heiligen Krieg. Aber gegen wen sollen die Christen eigentlich kämpfen? Wer ist der Feind, den Paulus vor Augen hat? Die Moslems können es nicht sein. Denn die gab es damals noch gar nicht. Wer aber dann? Die Römer vielleicht? Gab es damals etwa schon die ersten staatlich organisierten Christenverfolgungen?

Nein. Der Kampf, zu dem Paulus aufruft, richtet sich gegen einen ganz anderen Feind. „Wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen“, sagt Paulus, also nicht mit Menschen, sondern „mit den bösen Geistern“. Und die größte Gefahr für uns sind nicht heimtückische Anschläge von Terroristen, sondern die „listigen Anschläge des Teufels“.

Aber gerade das macht den Kampf so schwierig. Denn die bösen Geister kann man nicht sehen. Und den Teufel auch nicht. Denn der Teufel ist ja nicht etwa eine schwarze Gestalt mit Hörnern und Bocksfuß. Er ist vielmehr das Sinnbild für die unsichtbare und unbegreifliche Macht des Bösen. Und wenn wir Jesus glauben, dann lauert diese Macht in uns selbst. Denn Jesus sagt:
„Von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen heraus böse Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord“ (Markus 7,21) und noch vieles mehr.

Die bösen Geister, die Jesus hier beim Namen nennt, spuken also nicht in dunklen Kellergewölben, sondern in den dunklen Kammern unseres Herzens. Der Feind, der uns bedroht, lauert im Innern. Die Gefahr, die unser Leben bedroht, ist das Böse in uns selbst. Und gegen diese Gefahr sollen wir uns wappnen. Gegen diesen Feind sollen wir kämpfen. Aber womit? Mit welchen Waffen? Mit welchen Waffen kämpft man gegen einen unsichtbaren Feind? – Einen unsichtbaren Feind kann man nur mit unsichtbaren Waffen schlagen.

Die erste unsichtbare Waffe, die Paulus nennt, ist die Wahrheit. Denn das Böse, das in unseren Herzen lauert, kleidet sich oft in das Gewand der Lüge. Und die zerstört das Vertrauen zwischen den Menschen. Denn „wer einmal lügt, dem glaubt man nicht“. Und deshalb ist die erste Waffe im Kampf gegen das Böse die Wahrheit.

Die zweite Waffe im Kampf gegen das Böse ist die Gerechtigkeit. Denn das Gewand, in dem das Böse am augenfälligsten in Erscheinung tritt, ist das Unrecht. Wenn uns selber Unrecht widerfährt, merken wir das sofort. Aber ich fürchte: Wenn es umgekehrt ist, wenn wir anderen Unrecht tun, fällt uns das nicht so schnell auf. Und dann ist wieder die Wahrheit gefragt. Die Wahrheit, die uns den Spiegel vorhält, in dem wir uns so sehen, wie wir wirklich sind.

Aber, liebe Gemeinde, wer schaut schon in einen Spiegel, der ihm vielleicht ein Bild vor Augen führt, das er gar nicht sehen möchte? Denn wer möchte schon ein ungeschminktes Bild von sich sehen? Ein Bild, das ihm zeigt, dass er nicht immer so ist, wie er sein sollte und sein möchte? – Ich glaube, dem Anblick eines solchen Bildes von sich selbst können nur die standhalten, die dem Ratschlag folgen, den Paulus als nächstes gibt: „Vor allen Dingen aber“, so sagt er, „ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösen.“

Die „feurigen Pfeile des Bösen“ schießen nicht nur andere ab, sondern manch-mal auch wir selbst. Das ist die Wahrheit. Aber sich das einzugestehen, fällt schwer. Doch im Glauben erfassen wir noch eine andere Seite der Wahrheit. Im Glauben erfassen wir nicht nur die „gnadenlose“ Wahrheit über uns selbst, sondern auch die gnädige Wahrheit über Gott. Und diese Wahrheit lautet: Gott will uns das Böse vergeben. Und diese Wahrheit kann uns verändern. Denn wer die Vergebung Gottes annimmt, kann auch anderen vergeben. Wer sich seine Schuld vergeben lässt, kann auch seinen Schuldigern vergeben.

Und das heißt glauben: Glauben bedeutet, die Vergebung Gottes annehmen und aus dieser Vergebung heraus leben. Der Glaube kann uns davon bewahren, Böses mit Bösem zu vergelten. Solange Böses mit Bösem vergolten wird, fliegen die feurigen Pfeile des Bösen hin und her. Der Schaden, den sie anrichten, wird immer größer; und die Kette des Bösen reißt nie ab.

Doch der Glaube schützt davor. Er schützt uns vor dem Drang nach Vergeltung. Deshalb ist der Glaube der Schild, mit dem wir die feurigen Pfeile des Bösen auslöschen können. Und weil das so ist, gehört zum Schild des Glaubens der „Helm des Heils“. Wenn der Glaube die feurigen Pfeile des Bösen ausgelöscht hat, können die Wunden heilen, die das Böse in uns und anderen hinterlassen hat.

Aber wir sollen uns gegen das Böse nicht nur schützen, wir sollen uns nicht nur mit dem Schild des Glaubens wappnen, sondern auch aktiv für die Überwindung des Bösen eintreten. Oder – um es mit den Worten von Paulus zu sagen: Wir sollen „bereit (sein), einzutreten für das Evangelium des Friedens.“

Auch der Friede fällt also nicht einfach vom Himmel. Auch für die Verbreitung des Evangeliums, das den Frieden bringt, muss man kämpfen. Doch für diesen Kampf gibt es nur eine Waffe: nämlich „das Schwert des Geistes“. Das ist die einzige Waffe, mit der man für den Frieden streiten kann. Doch das Schwert des Geistes ist natürlich nicht aus Eisen oder Stahl. Das Schwert des Geistes ist das Wort Gottes.

Wenn es also einen „heiligen Krieg“ geben sollte, dann wird er nicht mit Gewehren geführt, nicht mit Bomben oder Raketen, die nur Unheil bringen, sondern ausschließlich mit dem Wort. Beim Kampf gegen das Böse vertraut das Schwert des Geistes auf die Kraft des Wortes, auf die Überzeugungskraft von Argumenten – und nicht auf die geistlose Gewalt von Waffen.

Aber beginnen muss dieser Kampf gegen das Böse bei uns selbst. In unserem Inneren. Der erste Kampfplatz für den „heiligen Krieg“ liegt in unserem Herzen. Und nur wenn wir den „heiligen Krieg“ im Inneren führen, können wir die Voraussetzungen schaffen für den Frieden im Äußeren: für den Frieden in der Welt.

Wenn es also einen „heiligen Krieg“ gibt, der im Einklang steht mit dem, was Paulus und Jesus sagen, dann ist es der Kampf gegen das Böse in uns selbst. Denn dieser Krieg hinterlässt keine Spur der Verwüstung. Er bringt nicht Unheil und Tod, sondern Heil und Leben für alle.

Amen.

Predigt zum 20. Sonntag nach Trinitatis (17.10.2021)
von Pfarrer Dr. Burkhard von Dörnberg

Liebe Gemeinde,

der heutige Predigttext aus dem Buch des Predigers Salomo beginnt mit Früher, wo vielleicht nicht alles, aber doch vieles besser war und woran die meisten sich gerne zurückerinnern:

Denk an deinen Schöpfer in deiner Jugend, ehe die bösen Tage kommen und die Jahre nahen, da du wirst sagen: »Sie gefallen mir nicht«. (Prediger 12,1)

Die Jugend! Ach ja, wie schön, mag man da seufzen. Und die Fotos der alten Alben herauskramen. Wie jung wir da waren! „Denk an deinen Schöpfer in deiner Jugend.“ Eine Schöpfungszeit ist die Jugend. Man wächst. Wird langsam erwachsen. Viel Neues entsteht im Leben. Eine spannende und schöne Zeit, nicht wahr?

Mal melden, wer von seiner eigenen Jugend sagen würde: Das war schön! Und bei den Konfis – wie sieht es da aus? Wer hat da aktuell eine gute Zeit?

Die Jugend erscheint uns als die Zeit der unbegrenzten Möglichkeiten. Man kann theoretisch noch alles werden. Man kann unterschiedliche Mädchen oder Jungs toll finden und für sie schwärmen. Man kann davon träumen, Fußballstar oder Supermodel zu werden. Für die Jugend ist die Zukunft noch sehr offen. Zumindest heutzutage. Ganz früher war das noch etwas anders. Da war früh klar, was man werden sollte und wie man leben sollte. Da haben das meist die Eltern bestimmt. Heute gibt es unendlich viele Wahlmöglichkeiten.

Aber auch früher war die Jugend die Zeit, in der die eigenen Kräfte und Möglichkeiten wuchsen. In der man entdeckt hat, wie viel man selbst kann. In der man ganz viel gelernt hat. Über die Welt. Und über sich selbst. In der man nach und nach zu den „Großen“ gehörte und trotzdem immer auch noch ein bisschen kindlich träumen konnte. Karl May lesen zum Beispiel, Baumhäuser bauen. Oder heute: Avengers schauen, Fortnite oder Fifa 21 spielen.

Jugend - das ist die goldene Zeit für viele. Ja, selbst die, die mir von Jugendzeiten im ausgehenden Krieg, in der Nachkriegszeit berichten, aus der Zeit, aus der das Lied vor der Predigt „Es mag sein, dass alles fällt“, stammt, ja selbst die seufzen oft, wie schön das war. Sie erzählen: „Das waren arme Zeiten. Da gab es Hunger. Zur Konfirmation gab es Taschentücher oder die erste eigene Uhr als Hauptgeschenk. Und trotzdem war es schön. Man war mit Wenigem zufrieden. Da war die Gemeinschaft mit den anderen Jugendlichen. Da wurde gesungen und getanzt.“ Gerade in der Rückschau liegt über allem der goldene Schleier der Jugend.

So ist die Jugendzeit: großartig. Klar: Sie ist auch anstrengend und mit manchen Wachstumsschmerzen verbunden. Die Eltern werden schwierig, es gibt Streit. Es gibt Orientierungslosigkeit und Ohnmachtsgefühle. Das Gefühl, nicht verstanden zu werden.

All das gehört zur Herausbildung der eigenen Persönlichkeit und dem Ablösen vom Elternhaus. Insgesamt ist die Jugend so vor allem eine Zeit des Wachstums. Äußerlich, indem man wächst, groß wird. Innerlich, indem sich der Charakter ausprägt und festigt. Grenzen werden ausgetestet. Man wird selbstständig. Bildet sich eine eigene Meinung.

Unser Predigttext sagt: Gerade in dieser so prägenden Zeit ist es wichtig, eine gute, stabile Verbindung zu Gott zu erhalten und aufzubauen. „Denk an deinen Schöpfer zur Zeit der Jugend.“

Warum das so wichtig ist? Sicher nicht, um dem Pfarrer oder gar den Eltern einen Gefallen zu tun. Sondern vielmehr, weil es in den schlechten Zeiten trägt. In den "bösen Tagen". Denn es gibt nicht nur die unbeschwerten Wachstumszeiten des Lebens, sondern auch die andere Seite.

Die beschreibt der Predigttext eingehend. Er zählt lauter Dinge auf, die passieren können. Die wir nur sehr begrenzt beeinflussen können. Denen wir ausgesetzt sind. Und hinter seinen alten Worten und Bildern ist das ziemlich aktuell. Da heißt es:

1 Denk an deinen Schöpfer in deiner Jugend, ehe die bösen Tage kommen und die Jahre nahen, da du wirst sagen: »Sie gefallen mir nicht«; 2 ehe die Sonne und das Licht, der Mond und die Sterne finster werden und die Wolken wiederkommen nach dem Regen, – 3 zur Zeit, wenn die Hüter des Hauses zittern und die Starken sich krümmen und müßig stehen die Müllerinnen, weil es so wenige geworden sind, wenn finster werden, die durch die Fenster sehen, 4 wenn die Türen an der Gasse sich schließen, dass die Stimme der Mühle leise wird und sie sich hebt, wie wenn ein Vogel singt, und alle Töchter des Gesanges sich neigen; 5 wenn man vor Höhen sich fürchtet und sich ängstigt auf dem Wege, wenn der Mandelbaum blüht und die Heuschrecke sich belädt und die Kaper aufbricht; denn der Mensch fährt dahin, wo er ewig bleibt, und die Klageleute gehen umher auf der Gasse; – 6 ehe der silberne Strick zerreißt und die goldene Schale zerbricht und der Eimer zerschellt an der Quelle und das Rad zerbrochen in den Brunnen fällt. (Prediger 12,1-6)

Der Prediger beginnt mit Naturunglücken: Sonne, Mond, Sterne werden finster - ein Klimawandel folgt. Der bringt Missernten und wirtschaftliche Probleme mit sich: Die Müllerinnen stehen müßig, das Brot wird knapp.

Da geht Furcht um, Angst auf dem Weg -, dahinter steht, dass Raub, Gewalt und Mord um sich greifen, die typischen Begleiterscheinungen der Krise.

Heuschrecken treten auf, die typische biblische Plage. Und Krankheiten brechen aus: "Die Klageleute gehen umher auf der Gasse." Corona lässt grüßen.

Ja selbst die scheinbar sicheren aus haltbarem Edelmetall hergestellten Dinge gehen kaputt, an die wir Menschen uns oft klammern – vom Auto bis zum Hausbesitz, oder in den Bildern des Predigers: der silberne Strick, die goldene Schale, der haltbare Eimer – alles geht kaputt. Also heute eher Handy, Konsole oder Flachbildschirm.

Ein verheerender Kontrast zur schönen Jugendzeit, den der Prediger Salomo da ausmalt! Verheerend aber, Gott sei‘s geklagt, keineswegs unrealistisch –, denn all dies passiert nicht nur in Jahren, in denen Klimawandel und Corona uns zu schaffen machen. Es gehört vielmehr zu dem, wie das Leben auf dieser Erde eben auch ist.

Dabei muss der Verfall der Natur gar nicht gleich so spektakulär sein, wie wir es bei Katastrophennachrichten im Fernsehen sehen und der Prediger es mit Sonne, Mond und Sternen ausmalt. Da reicht einem ja in der Regel schon der Verfall der eigenen Natur. Die körperlichen Gebrechen. Wenn mich die Krankheit trifft. „Böse Zeiten“ nennt der Prediger das. Und die gehören zum Leben dazu. Daraus macht er keinen Hehl. Die entscheidende Frage ist, was wir den Katastrophen entgegensetzen bzw. entgegensetzen können.

Und da schlägt der Prediger vor: „Denk an deinen Schöpfer.“ Letztlich geht es ihm nicht um die Beschreibung immer neuer Katastrophen, sondern um unsere Beziehung zu Gott, zum Unvergänglichen. Im letzten Vers des Predigttextes klingt das durch. Da heißt es:

Denn der Staub muss wieder zur Erde kommen, wie er gewesen ist, und der Geist wieder zu Gott, der ihn gegeben hat. (Prediger 12,7)

Wir wachsen, gedeihen von Kindheit und Jugend an, und doch vergehen wir letztlich wieder, sind vergänglich, Erde zu Erde, Staub zum Staub und Asche zu Asche, wie es bei Beerdigungen dann heißt. Doch dem stellt der Prediger den unvergänglichen Gott gegenüber. Und er stellt ihm die Verbindung zwischen Gott und uns entgegen: den Geist, der wieder zu Gott zurückkehrt.

Der Geist, das ist unser Lebensodem, Lebensatem. Nur durch Gottes Schöpferkraft gibt es Leben. Schon am Anfang der Bibel wird das beschrieben: Der Geist Gottes schwebt über der öden und wüsten Erde und lässt aus ihr unsere Erde entstehen. Adam wird lebendig dadurch, dass Gott ihm seinen Geist schenkt.

Wir sind lebendig, weil Gott uns täglich den Lebensodem schenkt. Die Hoffnung auf Leben hängt ganz und gar von Gott ab. Sein ewiger Geist ist in uns, macht uns lebendig. Er ist unser Zugang zur Ewigkeit. Unser Zugang zu einem Glauben, den Gott schenkt.

Der Prediger sagt: „Denk an deinen Schöpfer zur Zeit der Jugend.“ Wer früh schon Glauben einübt, den Geist Gottes in sich und um sich herum entdeckt, der hat für die späteren, die schweren Zeiten, gut vorgesorgt.

Entscheidend ist nicht, wie fit, wie jung oder wie schön einer ist, sondern ob ich einen Zugang zu diesem Geist erhalte, damit ich gut durch die kleinen und großen Katastrophen des Lebens komme. Ob ich dem Geist Raum gebe. Mit ihm rechne. Dann werden übrigens auch die alten Fotos und die Erinnerungen an meine goldene Jugendzeit zu Hoffnungszeichen dafür, dass der Schöpfer meines Lebens für mich da ist.

Sie werden zu einem Vorgeschmack darauf, dass dieser Schöpfer mich durch alle Katastrophen, selbst durch die des Todes hindurchträgt und erhält. – „Denk an deinen Schöpfer zur Zeit der Jugend.“

Dafür ist es nie zu spät. Wer jeden Tag, ob jung oder alt, Gottes Schöpferhandeln bestaunen kann, der gibt der Hoffnung des Glaubens gute Nahrung. Der wächst ein Leben lang weiter hin zu Gott in dem Wissen: Auch mein Lebensgeist kehrt zu Gott zurück – und ich mit ihm.

Amen.

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Monatsspruch "Oktober 2021"

Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken.
Hebr 10,24
Gottesdienst
::: 31. Oktober 2021
10.00 Uhr Gottesdienst zum Reformationstag
für die Gemeinden des Kooperationsraums Hünfelder Land in der Ev. Kirche Langenschwarz