Evangelische Kirchengemeinde Hünfeld

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Gottesdienste ab Pfingsten 2020

Liebe Gemeindemitglieder,

heute, am Pfingstsonntag, dem 31. Mai, haben wir nach zwölfwöchiger Pause erstmals wieder Gottesdienst in der Stiftskirche gefeiert. Zur Teilnahme an diesem Gottesdienst war wegen der begrenzten Zahl an Sitzplätzen eine vorherige Anmeldung erforderlich. Alle ausgewiesenen Sitzplätze waren vollständig belegt. Für den Pfingstmontag sind jedoch keine Anmeldungen eingegangen. Deshalb wird an diesem Tag kein Gottesdienst stattfinden.

Für den Gottesdienst am kommenden Sonntag, dem 7. Juni, um 10.00 Uhr, ist keine Anmeldung nötig. Da die Zahl der Sitzplätze aber nach wie vor begrenzt ist, muss mit der Möglichkeit gerechnet werden, dass nicht alle, die teilnehmen möchten, auch teilnehmen können. Die vorhandenen Plätze werden in der zeitlichen Reihenfolge der eintreffenden Personen besetzt. Sobald die Zahl der Sitzplätze ausgeschöpft ist, können leider keine weiteren Teilnehmenden mehr zugelassen werden.

Um der Gefahr einer Infizierung mit dem Corona-Virus entgegenzuwirken, müssen weiterhin einige Schutzmaßnahmen beachtet werden.

- Alle Teilnehmenden müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.
- Am Eingang der Kirche steht ein Spender zur Desinfektion der Hände bereit.
- Wegen der damit verbundenen erhöhten Infektionsgefahr ist kein Gemeindegesang erlaubt.
- Wie in allen öffentlichen Räumen gilt ein Abstandsgebot von 1,5 Metern zu nächsten Person.

Für Gemeindemitglieder, die keinen Platz erhalten oder aus gesundheitlichen Gründen nicht am Gottesdienst teilnehmen können, besteht ab Sonntag um 11.00 Uhr die Möglichkeit, die Predigt des Gottesdienstes auf der Homepage nachzulesen.
Wer nicht über einen Internetzugang verfügt, kann sich die Predigt auch schriftlich zusenden lassen. Ein Anruf im Gemeindebüro (Tel. 2385) genügt.

Predigt zu Pfingsten 2020
(Pfarrer Jürgen Gossler)

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und
die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen.

Liebe Gemeinde,

„Bleibt zu Hause!“ Das war vor einigen Wochen das Motto, mit dem die schnelle Weiterverbreitung des neuartigen Corona-Virus verhindert werden sollte. Zu Hause bleiben – das war die einfachste und wirkungsvollste Maßnahme, um sich vor dem Virus zu schützen. Das Haus verlassen und sich unter die Leute mischen – das wäre gefährlich gewesen, für manche vielleicht sogar lebensgefährlich. Und wer schon infiziert war, kam in Quarantäne und durfte das Haus nicht mehr verlassen: so lange, bis er oder sie genesen war und andere nicht mehr anstecken konnte. Zu Hause bleiben. Das war das Gebot der Stunde. Und ist es für manche immer noch.

Auch das Johannesevangelium erzählt von Menschen, die zu Hause geblieben sind. In einem Haus irgendwo in Jerusalem. Und das aus gutem Grund. Denn sie hatten über längere Zeit hinweg engen Kontakt zu einem Mann aus Nazareth. Jesus hieß er. Er war aus Galiläa gekommen und hatte in Jerusalem ein neuartiges Virus eingeschleppt. Mit hoher Ansteckungsgefahr. Das Virus ließ sich nur schwer bekämpfen. Denn es wurde vor allem durch Worte übertragen. Und mit seinen Worten hatte Jesus nicht nur die Ohren der Menschen erreicht, sondern auch ihre Herzen berührt. Er hatte den Menschen Geschichten von der Liebe Gottes erzählt; und er hatte ihnen eine große Vision vor Augen gemalt: die Vision von der Herrschaft Gottes – einer Herrschaft, in der Frieden und Gerechtigkeit regieren.

Doch seine Worte waren nicht bei allen auf Gegenliebe gestoßen. Es gab zu viele, die von der Aussicht auf die Herrschaft Gottes gar nicht begeistert waren, weil sie um ihre eigene Herrschaft fürchteten. Und um im Volk eine Epidemie zu verhindern, die sich durch Worte ausbreitet, gab es nur ein Mittel: Sie mussten den Urheber dieser Epidemie – diesen Jesus – zum Schweigen bringen. Und weil Jesus von dem Virus, das er durch seine Worte verbreitete, völlig durchdrungen war, hatte man ihn gar nicht erst unter Quarantäne gestellt, sondern gleich getötet. Um das Virus im Keim zu ersticken.

Und deshalb haben sich die wichtigsten Kontaktpersonen Jesu, auch Jünger genannt, in einem Haus verschanzt. Zu Hause bleiben. Das ist auch für sie das Gebot der Stunde. Sie trauen sich nicht mehr vor die Tür, weil es für sie gefährlich werden könnte, vielleicht sogar lebensgefährlich. Denn man muss davon ausgehen, dass auch sie das Virus, das Jesus verbreitet hat, in sich tragen. Und wenn man ihnen das nachweisen kann, dann wird man vermutlich auch mit ihnen kurzen Prozess machen. Also: lieber zu Hause bleiben und die Türen verschließen. Doch was dann passiert, schildert der Evangelist Johannes so:

19 Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger die Türen verschlossen hatten aus Furcht vor den Juden, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! 20 Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. 21 Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. 22 Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! (Joh 20,19-22 – Einheitsübersetzung)

Jesus kommt also zu den verängstigten Jüngern. Er durchbricht die Kontaktsperre und stellt sich in ihre Mitte. Und die Jünger freuen sich. Und da die Jünger keinen Mund-Nasen-Schutz tragen, ist das, was Jesus dann tut, die sicherste Methode, um die Jünger endgültig mit dem neuartigen Virus, das er in die Welt gebracht hat, anzustecken: Jesus haucht die Jünger an. Das lateinische Wort dafür heißt „inspirare“. Und das ist das Besondere an dem Virus, das Jesus verbreitet: Die Menschen, die von ihm angesteckt werden, sind nicht infiziert, sondern inspiriert. Denn das Virus, das Jesus verbreitet, heißt Spiritus Sanctus, auf Deutsch: Heiliger Geist.

Doch das Virus, das Jesus verbreitet, ist nicht nur neuartig, sondern es hat auch völlig andere Wirkungen als alle anderen Viren. Das „Heilig-Geist-Virus“ gefährdet nicht das Leben, sondern es fördert und erneuert das Leben. Es macht nicht schwach, sondern gibt Kraft. Es raubt nicht die Energie, sondern verleiht neuen Schwung. Es macht nicht Angst, sondern Mut. Es kann allerdings etwas dauern, bis das Virus diese Wirkungen entfaltet. Die Inkubationszeit ist sehr unterschiedlich.

Besonders empfänglich für das Virus sind Kinder. Menschen, die schon als Kinder von dem Virus inspiriert worden sind, tragen das Virus Spritus Sanctus oft ihr ganzes Leben lang in sich. Es kann sein, dass sie lange Zeit kaum noch etwas davon spüren. Doch gerade in schwierigen Zeiten kann das „Heilig-Geist-Virus“ plötzlich wieder zum Ausbruch kommen. Es kann Traurigen Trost geben, Ängstlichen Mut machen und Niedergeschlagene wieder auf die Beine bringen. Deshalb ist es so empfehlenswert, Kinder schon frühzeitig mit dem Virus zu inspirieren.

Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Da das „Heilig-Geist-Virus“ vor allem durch Worte übertragen wird, kann man Kindern schon früh Geschichten von Jesus zu erzählen. Als eine besonders wirkungsvolle Möglichkeit, Kinder zu inspirieren, hat sich auch das gemeinsame Beten erwiesen. Um die eigenen Angehörigen anzustecken, kann man also auch zu Hause bleiben. Aber wenn man auch andere Menschen anstecken will, muss man das Haus auch irgendwann wieder verlassen.

Das haben – Gott sei Dank – auch die Jünger Jesu getan. Als Jesus sie mit dem Virus Spiritus Sanctus inspiriert hatte, hat es sie nicht mehr in ihrem Haus gehalten. Sie sind auf die Straßen von Jerusalem gelaufen und haben von Jesus erzählt. Begeistert haben sie die Botschaft von der Herrschaft Gottes weitergegeben und unzählige Menschen mit dem „Heilig-Geist-Virus“ angesteckt.

Immer wieder gab es Versuche, das Virus Spiritus Sanctus zu bekämpfen und auszurotten. Doch vergeblich. Das Virus war stärker. Es ließ sich nicht aufhalten. Im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte hat sich das Virus Spiritus Sanctus in der ganzen Welt verbreitet und Millionen von Menschen inspiriert. Rückblickend können wir deshalb sagen, dass die Jünger Jesu damals eine Pandemie ausgelöst haben – wahrscheinlich sogar die größte Pandemie aller Zeiten.

Doch in den letzten Jahrzehnten scheint in Europa die Zahl der Menschen, die vom dem „Heilig-Geist-Virus“ inspiriert sind, rückläufig zu sein. Wenn man an die lebensfördernden Wirkungen des Virus denkt, ist das natürlich bedauerlich. Aber wir können dagegen etwas tun. Und wir sollen es auch. Denn diesen Auftrag gibt Jesus seinen Jüngern: „Wie mich der Vater gesandt hat“, sagt er, „so sende ich euch.“ Und dann haucht er sie an und sagt: „Empfangt den Heiligen Geist!“ Mit anderen Worten: Wie Gott Jesus gesandt hat, um das „Heilig-Geist-Virus“ zu verbreiten, so sollen es auch seine Jünger tun. Nicht nur vor fast 2000 Jahren in Jerusalem, sondern auch heute noch – überall in der Welt. Denn bei der Verbreitung des „Heilig-Geis-Virus“ kommt es darauf an, dass die Inspirationskette nicht unterbrochen wird. Und dazu können auch wir etwas beitragen.

In den letzten Wochen haben wir ja gelernt, dass es bei der Verbreitung eines Virus besonders auf die Reproduktionszahl ankommt. Und die sollte beim „Heilig-Geist-Virus“ möglichst über 1,0 liegen. Das heißt: Wenn ein Inspirierter im Durchschnitt etwas mehr als eine weitere Person ansteckt, dann steigt die Zahl der Inspirierten. Und dazu können wir beitragen, indem wir von unserem Glauben erzählen und unseren Glauben praktizieren. Zu Hause in der Familie und bei Begegnungen mit anderen Menschen außer Haus.

Aber, liebe Gemeinde, vielleicht gibt es Zeiten, in denen Sie von dem „Heilig-Geist-Virus“ nicht mehr viel spüren. Und vielleicht fragen sich dann im Stillen, ob Sie überhaupt noch zu den Inspirierten gehören. Was kann man dann tun?

Sie können das „Heilig-Geist-Virus“ fördern und pflegen, indem Sie regelmäßig inhalieren: indem Sie den Geist, der von Jesus ausgeht, immer wieder bewusst in sich aufnehmen. So wie heute Morgen. Denn die Kirche ist eine Art Inhalationsraum, in dem das „Heilig-Geist-Virus“ immer wieder die Luft erfüllt. Und weil das Virus durch Worte übertragen wird, durchdringt es auch Mund-Nasen-Bedeckungen.

Und noch etwas ist wichtig: An diesem Ort können sie gut mit anderen Inspirierten in Kontakt kommen. Und das erhöht die Ansteckungschancen. Also, liebe Gemeinde: Lassen Sie sich anstecken von den Worten und Gedanken Jesu, von seinem Gottvertrauen und von seiner Menschenliebe. Und denken Sie bitte daran: Auch die Jünger vor fast 2000 Jahren hatten nur einen Hauch von Jesus. Aber der hat genügt, um viele andere zu inspirieren – und die Welt nachhaltig zu verändern. Amen.

Predigt zum Sonntag Exaudi, 24. Mai 2020
(Pfarrer Johannes Zechmeister, Burghaun)

Nachdenklich sieht „der Alte“ heute aus. So nennen wir ihn, obwohl er gar nicht alt aussieht. Wie die Menschen darauf kommen, ihn sich als alten Mann mit Rauschebart vorzustellen, bleibt mir bis jetzt schleierhaft. Vielleicht hatte einer von ihnen
...
einem Menschen gegenüber einmal von „dem Alten“ gesprochen. Eigentlich ist sein Aussehen eher jung. Nicht mehr jugendlich, noch nicht alt. „In den besten Jahren“ wie man so sagt. Aber das tut eh nichts zur Sache. Wenn er so an seinem Schreibtisch sitzt, leicht zurückgebeugt mit geschlossenen Au-gen, dann denkt er intensiv nach. Jetzt nur nicht ansprechen. Schimpfen tut er zwar nicht. Dafür ist er viel zu freundlich und höflich, aber erfreut wäre er nicht. Ah, er schlägt die Augen auf.

„Komm’ doch bitte zu mir, Michael.“ Dabei winkt er mit der Hand. „Ich habe lange nachgedacht. Gar nicht so einfach mit meinen Menschen. Zuerst erschaffe ich eine wunderschöne Welt, setze sie ins Paradies und immer wieder dasselbe. Sie widerstreben, das zu tun, wozu ich ihnen rate. Mein Gesetz habe ich ihnen doch nicht aus Willkür gegeben. Es soll ihnen ein gutes Leben ermöglichen, frei, friedlich, gerecht, das, wonach sie sich ständig sehnen, und worum sie mich dauernd bitten!“ Sein Frust ist ihm anzusehen. „Dann die Sintflut - vielleicht die dümmste Idee, die ich je hatte. Und obwohl ich den Regenbogen an den Himmel setzte und nur der treue Noah und seine Familie übriggeblieben war, wieder dasselbe. Kaum ein paar Generationen vergangen, war alles wieder wie vorher. Dann schicke ich Mose, befreie mein Volk aus Ägypten und schließe den nächsten Bund mit ihnen. Meine 10 Gebote sind doch wirklich nicht zu viele! Oder?“ Ich nicke zustimmend. „Tja, auch nichts geworden. Selbst das kriegen sie nicht auf die Reihe … Aber, jetzt habe ich eine geniale Idee. Hör sie dir einmal an.“ Er winkt mich näher an sich heran und flüstert mir ins Ohr.

„Was meinst du?“ Ich muss grinsen. „Wirklich gut! Ja, das könnte klappen.“ „Wen haben wir gerade unten?“ „Jeremia.“ „Jeremia, gut, jammert ein wenig viel, aber ein guter Mann. Also, hör gut zu: Du lässt ihm meinen Plan zukommen und er soll ihn den Menschen verkünden. Bin gespannt, was dieses Mal daraus wird.“

Und Jeremia verkündet des Herren Wort (Jeremia Kapitel 31, Verse 31-34):
Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hau-se Juda einen neuen Bund schließen, nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vä-tern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, mein Bund, den sie gebrochen haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der Herr; sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein. Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: »Erkenne den Herrn«, denn sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, spricht der Herr; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.

Was ist eigentlich ein Bund? Ganz einfach: Eine Verpflichtung, die man anderen auflegt oder an die man sich selbst bindet. Wir kennen den „Bund des Lebens“. So nennen wir gelegentlich die Ehe. Zwei Menschen verpflichten sich, einander beizustehen und füreinander da zu sein, in den guten und schweren Tagen, ein Leben lang. Oder wir kennen „Bündnisse“ zwischen Staaten. Die NATO ist so ein Bündnis, bei dem sich unterschiedliche Staaten verpflichten, einander bei einem Angriff beizustehen.

In dem „neuen Bund“, von dem Jeremia spricht, geht Gott eine Verpflichtung ein. Er verpflichtet sich selbst, sein Gesetz den Israeliten in ihr Herz und ihren Sinn zu schreiben. Und er verspricht, ihnen ihre Verfehlungen zu vergeben. Der „alte Bund“, von dem der Prophet spricht, hatte noch einen anderen Charakter: In ihm verpflichten sich die Israeliten, Gottes Anweisungen zu folgen (2. Mose 24). Dass dies nicht geklappt hat, beklagt Jeremia in Gottes Namen (Jeremia 11). Nun ändert Gott die Art des Bundes: Statt sein Volk zu verpflichten, verpflichtet er sich selbst. Aus einer Verpflichtung, die er auferlegt, wird eine Selbstverpflichtung, an die er sich selbst bindet. Und noch etwas ist anders: Gott selbst wird die Menschen verändern. Er wird ihnen die Fähigkeit verleihen, seine Gebote zu halten. Es wird die Menschen keine Überwindung mehr kosten, das Gute zu tun. Sie werden aus innerem Verlangen gut handeln. Lebensdienlich, gerecht, friedlich so wie es Gottes guter Wille ist.

Ist das eingetreten, was Jeremia vor langer Zeit verkündet hat? Ja und Nein.
Ja, denn Gott hat uns gezeigt, dass er uns unsere Verfehlungen vergibt. Dies können wir im Blick auf den Gekreuzigten erkennen. Gott bestraft nicht die Sünder, sondern trägt selbst die Folgen unseres Unvermögens. Wir brauchen vor Gott keine Angst haben, müssen nicht befürchten, dass er uns bestraft.

Ja, er hat sein Gesetz in unser Herz gegeben und in unseren Sinn geschrieben. Dies werden wir nächste Woche feiern. Gott selbst, der Heilige Geist, erfüllt unser Innerstes. Er richtet unser Verlangen und Bestreben darauf aus, Gottes guten Willen zu vollbringen. Wir setzen uns ein für das Leben, wenn wir im Alltag nicht allein auf uns schauen, sondern auch die Folgen unseres Handelns bedenken. Wir engagieren uns in unseren Familien, an unserer Arbeits-stelle, in unserer Nachbarschaft und an den Orten, in denen wir leben, um diese Welt besser zu machen. Wir stärken den Frieden und handeln liebevoll. Nicht, weil wir es müssen, sondern weil wir es wollen.

Aber, und darin besteht das „Nein“ als Antwort auf obige Frage: Wir wissen darum, dass noch Vieles möglich ist. Unser Verhalten ist bei Weitem nicht perfekt. Wir verfehlen uns weiterhin. Und wir sehnen uns immer noch nach einer liebevollen Welt, in der Friede, Gerechtigkeit und Freiheit herrschen. Eine Welt, in der Menschen nicht immer wieder einander das Gute lehren und anmahnen müssen, weil es sooft an ihm mangelt.
Auf dieses Leben zwischen dem „Ja“ und dem „Nein“ weist uns die Zeit zwischen Himmelfahrt und Pfingsten hin. Jesus hat uns den Himmel geöffnet. Dieser ist Bild für den Bereich, in dem Gott seine Herrschaft bereits errichtet hat. Hier ist sein neuer Bund schon voll erfüllt. Und manchmal erfahren wir dies bereits hier auf Erden, wo es uns gelingt, aus Gottes Geist zu leben.

Doch zugleich empfinden wir die Sehnsucht nach einer heileren, einer freieren Welt. Dies wird uns gerade in diesen Zeiten bewusst, in denen uns vieles verwehrt bleibt. Das, was Gott verheißen hat, ist mehr als wir oftmals erfahren. Doch er hat uns schon einen Vorgeschmack auf seine heilvolle Welt gegeben. Und diese wird sich durchsetzen. Dessen sind wir gewiss.

Die Worte des Jeremia bewegen mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich sie lese. Sie zeichnen Gott liebevoll. Er ist nicht auf Rache aus, sondern er hilft seinen unvollkommenen Menschen, also auch mir, „vergottet“ zu werden. Wir schaffen es einfach nicht, das Gute zu vollbringen, das wir tun möchten. Davon spricht auch Paulus (Römerbrief 7,9). Und so kommt er zu uns, erfüllt unseren Geist und unser Herz, damit wir auf ihn ausgerichtet sind. Zudem gibt er uns das Versprechen, dass alles gut werden wird. Angesichts dessen, wie unsere Welt ist, trösten mich diese Worte und geben mir Mut, mich für das Gute einzusetzen, auch wenn dessen Erfüllung ausbleibt.

So sind diese Worte starke Worte: Sie trösten bei all dem, was an Leid und Elend in dieser Welt erfahren wird. Denn Gott hat Gutes mit uns vor. Sie ermutigen, trotzt aller persönlicher Unzulänglichkeit sich weiter für Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit einzusetzen. Denn Gott verzeiht unser Versagen und gibt selbst die Kraft, seinen Willen zu erfüllen.
Und wer weiß, vielleicht sitzt er mit einem Lächeln auf den Lippen in seinem himmlischen „Büro“ und freut sich darüber, dass sein Plan dieses Mal funktioniert, den Menschen ein gutes Leben zu ermöglichen.

Der Wochenpsalm: Psalm 27 (EG 714),
Das Evangelium des Sonntags: Johannes 16,5-15
Lieder zum Lesen oder Singen: EG 128; EG 136; EG+ 20; EG+ 28

Zeltwochenende in der Rhön

für Jugendliche zwischen 12-17 Jahren


Termin: 14.-16.08.2020
Ort: Jugendzeltplatz Rasdorf
Alter: 12 -17 Jahre
Teilnehmerplätze: min. 12 / max. 24
Preis: 49,- €
Enthaltene Leistungen: Übernachtung, Verpflegung, Programm, Versicherungen, Material
Anmeldung: Janine Frisch
( Mobil: 0176 76859756, E-Mail: norden@ej-fulda.de )

Anmeldeschluss: 31.07.2020

Der Frauenkreis

Der Frauenkreis der Ev. Kirchengemeinde Hünfeld stellt sich vor.

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Programm 2020 und weitere Veranstaltungen für Frauen im Kirchenkreis Fulda.

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Ökumenischer Singkreis

"Gottes wunderbare Schöpfung" Jubiläumskonzert zum 30-jährigen Bestehen des Ökumenischen Singkreises Hünfeld

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Sprüche

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Zur Geschichte unserer Gemeinde

Die evangelische Kirche zum Heiligen Kreuz in Hünfeld blickt auf fast 150 Jahre "geschenkte Zeit" zurück / ökumenisches Zusammenleben heute Alltag

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Monatsspruch "Juni 2020"

Du allein kennst das Herz aller Menschenkinder.
1.Kön 8,39
Gedanken zum Wochenspruch
Joh 12,32
"Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“ (Joh 12,32)
Das „Wort des Tages“
und eine Andacht zu den jeweiligen Sonntagen finden Sie auf der