Monatsspruch "Februar 2012" |
Alles ist erlaubt - aber nicht alles nützt. Alles ist erlaubt - aber nicht alles baut auf. Denkt dabei nicht an euch selbst, sondern an die anderen.
1.Kor 10,23-24
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Gottesdienste |
| ::: Unsere Gottesdienste samstags um 18.00 Uhr in der Ev. Stiftskirche
sonntags um 10.00 Uhr in der Ev. Stiftskirche |
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::: Gottesdienste mit Abendmahl am 1. Sonntag im Monat |
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Pfarrer findet keinen Raum für Gottesdienst |
Die evangelische
Kirche zum Heiligen Kreuz in Hünfeld blickt auf fast 150 Jahre "geschenkte
Zeit" zurück / ökumenisches Zusammenleben heute Alltag
von Frau Pfarrerin i.R. Renate Ziegler, Hünfeld
Am 19. März 2000 konnte die evangelische Kirchengemeinde zum Heiligen
Kreuz in Hünfeld nach einer fast sieben Monate dauernden Renovierung wieder
Gottesdienst in ihrer Kirche feiern. Der Kirchenraum bot sich der Gemeinde
etwas verändert dar: der Taufstein steht auf der anderen Seite und der
Altar ist von der Wand abgerückt, so dass sich jetzt wirklich eine Tischrunde
um ihn versammeln kann, so wie man sich zu Hause um den Tisch versammelt.
Das Abendmahl ist eine Tischgemeinschaft, das kann jeder deutlich sehen.
Und noch eins ist deutlicher geworden: Diese Kirche hat eine lange Geschichte
sie ist nicht zuerst evangelische Kirche gewesen, sondern da stand schon lange
vor der Reformation eine Kirche. Das hat die letzte Renovierung versucht
zu betonen. Darum hat das Sakramentshäuschen seine ursprüngliche Größe
wieder bekommen und wird nicht mehr von der Kanzel verdeckt. Ein im ehemaligen
Koksschuppen entdeckter Stein, auf dem ein Lamm mit der Siegesfahne
und ein Kelch abgebildet sind, wurde sorgfältig gereinigt und im Altarraum
an die Wand gelehnt. Er wird für das Seitenteil eines alten Altars gehalten.
Wenn dieser Stein erzählen könnte! Vielleicht gehörte er schon in die erste
Kirche die Klosterkirche, ein kleiner Bau aus karolingischer Zeit, der im 9.
Jahrhundert etwa unter Rhabanus Maurus, dem fünften Abt von Fulda errichtet
wurde. Schon diese Kirche war dem Heiligen Kreuz geweiht.
Diese Klosterkapelle ist etwa um 1200 durch eine neue Kirche ersetzt, und das
Kloster in ein Kollegiatstift verwandelt worden. Es ist dies eine Vereinigung
von Weltgeistlichen, die nach einer bestimmten Regel ein gemeinsames Leben
führten Leider gibt es kein Bild, keine Skizze von der alten Stiftskirche; aber
man muss sie sich wohl so ähnlich wie die Rasdorfer Stiftskirche vorstellen. Das
Mittelschiff hatte vom Chor aus eine Gesamtlänge von 40 Meter. Da das Langschiff
und das Querschiff gleiche Breite aufweisen, entstand durch ihre Durchschneidung
eine quadratische Vierung, über der sich ein Turm erhob. Außerdem hatte sie
einen großen Turm als Abschluss an der Hauptstraße, wo sich heute der Aufgang
zum Amtsgericht befindet.
Von diesem Bau stand 1855, als die evangelische Gemeinde gegründet wurde.
nur noch der Chor und der südliche Kreuzarm. Denn 1803 war das Stift unter
Wilhelm Friedrich von Oranien säkularisiert worden, ebenso das Kapuzinerkloster in Fulda, das alsbald in ein Landkrankenhaus umgewandet wurde. Diesem
neuen Landkrankenhaus wurden die bedeutendsten Besitzungen der
Stiftskirche, der größte und beste Teil der um Hünfeld liegenden Feldmark,
zugewiesen. Der Stadt Hünfeld war das Kollegiatstift mit allem drum und dran
für 30.000 Taler angeboten worden, sie hatte aber abgelehnt.
In den Kriegszeiten seit 1803 wurde die Stiftskirche in ein Magazin umgewandelt.
1816 versteigerte sie die Landkrankenhaus-Kommission öffentlich. Der
ehemals so stolze Bau, eine Zierde Hünfelds, war zum Schacherobjekt geworden.
Ein Kaufmann ersteigerte sie billig und verkaufte sie mit Gewinn weiter
an einen Steuerkontrolleur. Dieser ließ einen Teil der Kirche abreißen und
verkaufte die Steine als Baumaterial. Den südlichen Kreuzarm richtete er sich als
Wohnung ein und benutzte den Chor als Stallung und Scheune. 1850 verkaufte
er das ganze Anwesen an den Staat. Der Staat baute nun das Amtsgericht
und quartierte den Justizbeamten in die Wohnung im südlichen Kreuzarm ein.
Den oberen Teil des Chores verpachtete er als Scheune, der untere wurde als
Pferdestall an die Gestütsdirektion verpachtet.
So stand es um diesen Bau, der von ältester christlicher Tradition zeugte und
nun so degradiert worden war, als der erste evangelische Pfarrer, Josef Weinrich,
1856 nach Hünfeld geschickt wird und keinen Raum findet, um Gottesdienst
halten zu können. Für den evangelischen Gottesdienst will keiner einen
Raum vermieten und wenn das Mietangebot noch so hoch war. Er ist schon
über ein Jahr in Hünfeld und hat noch keinen Gottesdienst halten können. Am
ersten Adventssonntag 1856 wäre es beinahe so weit gewesen. Man hatte ihm
für die evangelischen Kinder einen Schulraum im Hospital zur Verfügung gestellt
und er war der Meinung, dort könne er auch Gottesdienst halten. Er
schreibt: "Ich hatte schon alle Vorkehrungen getroffen, die nötigen Gesänge
eingeübt, die Predigt angefertigt und es sämtlichen Gemeindegliedern anzeigen
lassen, dass wir am 1. Advent mit dem Halten eines Gottesdienstes einen
Versuch machen wollten. Tags zuvor kommt Herr Landrat Wolf zu Gudensberg
zu mir und teilt mir mit, es sei eine sehr große Aufregung in der Stadt über das
beabsichtigte Halten eines evangelischen Gottesdienstes im dem Hospitalgebäude
entstanden. Wir könnten uns auf etwaige Störungen und üble Streiche
gefasst machen..." Und so unterblieb der Gottesdienst.
Da Eingaben nichts nutzen, fährt Pfarrer Weinrich schließlich nach Kassel ins
Ministerium des Inneren und trägt dem Minister die Verhältnisse in Hünfeld
vor und dringt energisch auf eine Verbesserung der Lage. Und auf einmal geht
es vorwärts. Im April 1857 wird das Chorhaus der Stiftskirche nebst anstoßendem
Gebäude, beides dem Staat gehörig, der Gemeinde zu Kirchen- und
Schulzwecken überlassen. Weinrich kann in die Wohnung im südlichen Kreuzarm
einziehen und gleich danach wird dort am Pfingstsonntag 1857 der erste
evangelische Gottesdienst gehalten. "Diese Gottesdienste, welche den ganzen
Sommer durch bis zum 4. Advent in diesem Lokale gefeiert wurden, hatten etwas
eigentümlich herzliches, man fühlte sich wie in einer großen Familie und
diese Zeit des erwachenden Gemeinschaftsgefühls war eine freudige und stärkende
für die junge Gemeinde."
Die Herrichtung des Chorraumes zur evangelischen Kirche wird dem Baueleven
Sunkel aus Fulda übertragen, der von Weinrich wegen seines Verständnisses
und seiner guten Kenntnis im Kirchbaustil lobend erwähnt wird. Am vierten
Adventssonntag 1857 ist es dann so weit: In der alten, nun neuen Kirche
wird nach 54-jährigem Schweigen wieder Gottes Lob gesungen.
Die Kirche der kleinen Diasporagemeinde bestand nur aus dem Chor und wurde
mit einem Dachreiter versehen. Sie war zunächst ausreichend. Beim großen
Brand der Stadt Hünfeld am 29. Oktober 1888 wurde sie verschont. 1890
schreibt Pfarrer Oskar Schäfer zum ersten Mal von der Idee eines Kirchenneubaus:
"Es beginnt der Plan eines Kirchenneubaus oder auch einer Erweiterung des
bisherigen Gotteshauses praktisch Gestalt anzunehmen. Für alle Fälle erwirbt
die Gemeinde für 750 Mark ein am Nüster Kuppel gelegenes Grundstück zum
etwaigen Bauplatz. Bis zum Jahr 1891 haben die fortgesetzten
Bemühungen ein kleines Capital von 2.300 Mark zusammengebracht."
Sein Nachfolger, Pfarrer Friedrich Fink, ist der Erbauer der evangelischen Kirche
in ihrer jetzigen Gestalt. Es ist ein langgehegter Wunsch der Gemeinde, sich
ein würdigeres und ausreichendes Gotteshaus zu bauen. Durch den Ausbau der
Bahnstrecke Fulda-Bebra war die Gemeinde größer geworden. Aber woher
sollte das Geld kommen? Da vermachte eine evangelische Frau dem Gustav-Adolf-Verein
eine Schenkung von 30.000 Mark. Ihre Mutter Emilie Liese ist
am 4. April 1892 gestorben und hat ihrer Tochter aufgetragen: Von diesem Geld
sollen sämtliche Kosten eines Kirchenbaus für eine sehr kirchliche Gemeinde
in der Zerstreuung bestritten werden. Die Hoffnung, dass dieses Legat die Hünfelder
Gemeinde bekommen würde, war gering, denn es gab unstreitig noch bedürftigere
Gemeinden. Um so größer war deshalb die Freude, als die Gemeinde die Nachricht
erhielt, dass ihr die Schenkung zugefallen sei.
Bis zu diesem Zeitpunkt war immer nur von einer Erweiterung die Rede gewesen,
nun aber glaubte man, es könnte auch eine Kirche werden, die schön
sichtbar und frei am Anger liegen sollte. Die Kirche hätte auch am Nüster Kuppel
gebaut werden können, weil dort das Grundstück schon vorhanden war. Was
die Debatte so schwierig machte, war die Tatsache, dass das Pfarrhaus aus dem
südlichen Kreuzarm der alten Stiftskirche bestand und bei einer Erweiterung
der Kirche im Weg war. Am 12. April 1896 wurde der letzte Gottesdienst in der
alten Kirche gehalten. Von Fabrikdirektor Hentschel bekam die Gemeinde für
die Dauer der Bauzeit einen Raum in der Hünfelder Zuckerfabrik bereitwillig
zur Abhaltung der Gottesdienste zur Verfügung gestellt.
Es ging nun schnell vorwärts mit dem Bau. Bereits am 10. August wurde das
Turmgerüst aufgestellt. Am 13. September konnte sich die Gemeinde zum ersten
Mal in der nunmehr ausgebauten Kirche versammeln, der Raum war notdürftig
zum Gottesdienst hergerichtet worden, die Fenster waren noch nicht
verglast. Die Woche über arbeiteten die Schreiner und Zimmerleute fleißig weiter.
Richtig fertig war die Kirche dann im Mai 1897, sie wurde am 18. Mai eingeweiht.
Drei Glocken hingen im Turm, und für die Wohltäterin Emilie Liese
wurde eine Gedenktafel aufgehängt.
Im Jahr 1897 hat sich für die evangelische Gemeinde ein Traum erfüllt: sie hat
eine schöne Kirche, und ein neues Pfarrhaus. In der Urkunde, die in den Turmknauf
eingelegt wurde, heißt es unter anderem: "Möge die schöne Kirche stehen bis in
die fernsten Zeiten als ein Denkmal helfender Bruderliebe ...."
Der erste Weltkrieg geht auch an der evangelischen Stiftskirche nicht spurlos
vorüber. Das Kupfer vom Kirchturm, das Zinn aus den Orgelpfeifen und die
Glocken müssen abgegeben werden. Viele Schäden hinterlässt der Krieg, die
erst nach und nach beseitigt werden. In der Inflationszeit ist die dringende
Renovierung der Kirche nicht möglich, aber 1925 ist es soweit. Ein
Trockenlegungsverfahren wird durchgeführt.
Bei der Entfernung des alten Putzes machte man eine Entdeckung: "Es kam
das Sakramentshäuschen für die Aufbewahrung der geweihten Hostien in katholischer
Zeit zum Vorschein. Es war angefüllt, bzw. zugemauert mit Resten
der ehemaligen äußeren Verzierung von kunstfertiger Steinmetzarbeit gotischen
Stiles." Da man aber offenbar Berührungsängste hatte, wurde alles wieder zugemauert.
An sechs Sonntagen fand der Gottesdienst in der evangelischen
Schule statt, dann konnte er wieder in der frisch gestrichenen Kirche gehalten
werden. Aber etwas fehlte immer noch: Nur eine vereinsamte Glocke
rief zum Gottesdienst. Ob sich das nicht ändern ließ?
So werden für die im Krieg abgelieferten Glocken zwei Ersatzglocken bestellt.
Als Anfangskapital stehen 440 Mark zur Verfügung, die von einem Basar stammen,
den die Frauen der Gemeinde veranstaltet haben.
Der erste Adventssonntag 1926 ist für die evangelische Gemeinde ein unvergesslicher
Tag. Zwei Tage vorher sind die Glocken von fast allen Gemeindemitgliedern
vom Bahnhof zur Kirche mit einem Leiterwagen abgeholt worden.
Abends vereinigt sich die ganze Gemeinde zu einem Familienabend als Nachklang
der Glockenweihe.
Die Zeit des Dritten Reiches hebt endlich auch die Berührungsängste zwischen
katholischer und evangelischer Bevölkerung auf. Der 1933 nach Hünfeld gekommene
Pfarrer Bill vermerkt in der Chronik: "Eine Beerdigung brachte der
sehr zahlreich vertretenen katholischen Bevölkerung zum Bewusstsein, dass
der neue evangelische Pfarrer auf dem Boden des apostolischen Glaubens steht.
Daraus entstand mehr und mehr ein erstarkendes Vertrauensverhältnis." Und
1935 schreibt er: "Die katholische und die evangelische Kirche erkennen mehr
und mehr, was sie verbindet gegenüber der gegen die Grundlagen des Christentums
anstürmenden Weltanschauung."
Pfarrer Georg Bill konnte der Gemeinde nur fünfeinhalb Jahre in treuer Seelsorge
und klarer biblischer Verkündigung dienen. Er wurde im Frühjahr 1939
verhaftet und wegen "Verächtlichmachung des Führers" zu neun Monaten Gefängnis
verurteilt und zugleich in den Ruhestand versetzt. Der schwergeprüften
Pfarrersfamilie wurde viel Teilnahme entgegengebracht, besonders auch
aus Kreisen der katholischen Gemeinde.
Die Nachkriegsjahre lassen die Gemeinde um das Sechsfache anwachsen. Pfarrer
Kühne, der 1945 nach Hünfeld kommt, fasst schon 1946 den Plan, den Eingang
der Kirche in den Turm zu verlegen, dort eine Gefallenenhalle zu schaffen
und die Bankreihen so zu teilen, dass ein Mittelgang entsteht. Das Schiff
soll unterkellert und eine Heizung eingebaut, danach das ganze Innere ausgemalt
werden. Aber das ist noch Zukunftsmusik. Die Pläne für die Kirchenrenovierung
werden erst 1948 realisiert. Zum freigelegten Sakramentshäuschen
heißt es: "Es soll als historischer Aufbewahrungsort des Sakramentes der Gemeinde
bewusst gemacht werden."
Die Kirche in Hünfeld ist am Tag ihrer mittelalterlichen Weihe unter das Kreuz
Christi gestellt worden. Darum bekommt die Kirche - ihrem Namen entsprechend -
ein großes Wandkreuz. Pfarrer Kühne konnte einen Christuskörper
ohne Kreuz antiquarisch vor der Währungsreform erwerben und ließ ihn an einem
Eichenkreuz anbringen. Er schreibt dazu: "Das Kreuz ist hoch in einem
geeigneten Raum der großen fensterlosen Wand als erhabenes Zeichen für die
Ausrichtung der Gemeinde angebracht worden." Zur Zeit von Pfarrer Kühne
wurde auch an das Pfarrhaus das Jugendheim angebaut. Als er 1953 nach Köln
ging, konnte er der Chronik anvertrauen, dass er in seiner achtjährigen Dienstzeit
über 54.000 Mark an Bauaufwendungen zu verzeichnen habe. Für die damalige
Zeit eine enorme Summe, die die Finanzen der Gemeinde für die kommenden Jahre
sehr belastete.
Sein Nachfolger, Pfarrer Martiny, schreibt in der Chronik, dass die Gemeinde
1955 eigentlich ihr 100-jähriges Bestehen hätte feiern müssen, aber bei der
angespannten Finanzlage lehnte er die Feier ab. Als weiterer Termin bot sich das
Jahr 1957 an, da am ersten Pfingstsonntag des Jahre 1857 der erste evangelische
Gottesdienst in Hünfeld gefeiert worden war.
Bis dahin sollte auch die Kirche umfassend renoviert werden. Eine Heizung
hatte sie immer noch nicht. 1956 wurde der alte Koksofen entfernt und die
elektrische Fuß- und Fensterheizung eingebaut. Dazu war es nötig, dass auch neue
Bänke angeschafft wurden. Außerdem wurde die Empore vergrößert und der
Aufgang zur Empore an die Seite des Kircheneingangs gelegt. So konnte die
Zahl der Sitzplätze von 230 auf 350 erhöht werden. Das GAW stiftete einen
neuen Altar, Kanzel und Lesepult im Wert von 3.000 Mark. Die Altarplatte
stammt vom Wachtküppel in der Rhön und ist eine Sandsteinplatte von zirka
drei Zentner aus einem Stück.
1976 ist die nächste Renovierung fällig. Da bekam die Kirche die rot-grüne
Farbgebung, von der das Grün bis heute geblieben ist. Damals musste die alte
Farbe sehr gründlich entfernt werden und das brauchte seine Zeit. Für die
gewöhnlichen Sonntage konnte man im Gemeindesaal den Gottesdienst halten,
aber dann kam das Reformationsfest. Wo lässt sich ein würdiger Raum für den
Reformationsgottesdienst finden? Wir überlegen noch, welche Schule wohl die
schönste Aula hat, und können uns kaum vorstellen, dass einmal ein evangelischer
Pfarrer keinen Gottesdienst halten konnte, weil ihm niemand dafür einen
Raum vermieten wollte. Wir können viele Räume bekommen, viele werden
bereitwillig angeboten. Zuletzt kommt ein Angebot, das uns völlig überwältigt:
das Bonifatiuskloster fragt, ob wir unseren Reformationsgottesdienst
nicht in der Hauskapelle des Klosters halten wollten. Und so kommen 1976 zum
Reformationsfest viele evangelische Christen im Kloster zusammen. Wenn
mich jemand fragt, was ich unter Ökumene verstehe, würde ich antworten:
Ökumene ist, wenn die Evangelischen ihr Reformationsfest im Kloster feiern.
Die evangelische Gemeinde zum Heiligen Kreuz in Hünfeld besteht nun seit
145 Jahren, das ist - gemessen am Alter der christlichen Kirche - überhaupt
noch nicht lange, aber es ist für sich genommen viel Zeit, geschenkte Zeit,
anvertraute Zeit, genutzte Zeit oder vertane Zeit.
Ich glaube, wir können diesen Rückblick in die Geschichte unserer Kirche und
Gemeinde nicht besser beschließen als mit der Bitte, die Jochen Klepper in
einem Neujahrlied ausspricht:
Der du allein der Ewge heißt
und Anfang, Ziel und Mitte weißt
im Fluge unserer Zeiten
Bleib du uns gnädig zugewandt
und führe uns an deiner Hand
damit wir sicher schreiten.
Quelle: Jahrbuch des Landkreises Fulda 2001, Seiten 149 - 156 |
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