Monatsspruch "Februar 2012" |
Alles ist erlaubt - aber nicht alles nützt. Alles ist erlaubt - aber nicht alles baut auf. Denkt dabei nicht an euch selbst, sondern an die anderen.
1.Kor 10,23-24
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Gottesdienste |
| ::: Unsere Gottesdienste samstags um 18.00 Uhr in der Ev. Stiftskirche
sonntags um 10.00 Uhr in der Ev. Stiftskirche |
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::: Gottesdienste mit Abendmahl am 1. Sonntag im Monat |
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1. von 9 Themen im Gemeindebrief - Nov., Dez. 2011 Januar, Februar 2012 |
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| Liebe Gemeinde! |
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Im Lobgesang der Maria findet sich
folgender Satz: „Er übt Gewalt mit
seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig
sind in ihres Herzens
Sinn.“ (Lukas 1,51) Maria singt ihr
Lied als sie zu Elisabeth geht, der
Mutter des Johannes des Täufers.
Mit dem Lied preist sie Gott, der ihre
Niedrigkeit gesehen hat und sie zur
Mutter des Heilands auserwählt hat.
Der Komponist Johann Sebastian
Bach hat den Lobgesang der Maria,
das Magnifikat vertont.
In seinem Weihnachtsoratorium erklingt
der Satz: „Er ist auf Erden
kommen arm, dass er unser sich
erbarm.“ Damit beschreibt Bach das
Weihnachtsgeschehen: der reiche
Gott macht sich arm, kommt auf die
Erde, damit wir errettet und erlöst
werden. Bach bezieht sich dabei
wohl auf den Apostel Paulus, der im
2. Korintherbrief schreibt: „Ihr kennt
die Gnade unseres Herrn Jesus
Christus; obwohl er reich ist, wurde
er doch arm um euretwillen, damit ihr
durch seine Armut reich würdet.“
Mir geht es um den Gleichklang der
beiden Worte „Arm“ und „arm“, die
sich beide bei Bach vertont finden
und Wesentliches der Weihnachtsbotschaft
ausdrücken. Auf der einen
Seite der Arm, der für Stärke und
Macht steht, auf der anderen Seite
das Sich-arm-machen, damit andere
reich werden. Was ist das anderes
als die Fürsorglichkeit und Mütterlichkeit Gottes?
Weihnachten ist beides: Der große
Herr und starke König, aber auch
das arme Kind in der Krippe. „Zu
einem Kind im Stall geboren wird
gebetet. Näher, niedriger, heimlicher
kann kein Blick in die Höhe umgebrochen
werden“, kommentiert der
atheistische Philosoph Ernst Bloch
das Weihnachtsgeschehen und stellt
es unter die Überschrift „Am Anfang
der Stall, am Ende der Galgen“.
Weinachten ist ein ambivalentes
Fest. Da ist der große und mächtige
Gott, der sich im Kinde klein macht.
Da ist die heimelige Krippenszene
mit dem Kind, das später am Kreuz
stirbt. Da ist die Gewalt und Macht
der Liebe spürbar, die sich den Außenseitern
und Ausgestoßenen der
Gesellschaft zuwendet. Nicht umsonst
sind es die Hirten, die die gute
Botschaft gesagt bekommen. Da
sind aber auch die Mächtigen aus
dem Morgenland, die dem Kind in
der Krippe huldigen und mit dieser
Geste bezeugen, dass diese Kind
Macht über ihre Macht hat.
Macht ist immer ambivalent. Macht
kann benutzt werden, um sich auf
Kosten anderer zu bereichern und
seinen Egoismus durchzusetzen.
Macht kann aber auch benutzt werden,
um dem Schwachen und Gebrochenen
zu einem guten Leben zu helfen.
Mit der Weihnachtsgeschichte wird
die Machtfrage gestellt. Und ihre
Ambivalenz wird in dem Kind in der
Krippe deutlich. Auf der einen Seite
das, wie ich es empfinde, süßliche
Weihnachtsfest, in der eine heile
Welt zu Heiligabend geschaffen werden
soll und in der Jesus zur romantischen
Puppe verkommt. Dieser
Jesus darf niemals die Krippe verlassen.
Er ist und bleibt in der Krippe
eingesperrt, weil er ansonsten unser
Tun und Lassen in Frage stellen
würde. Auf der anderen Seite diese
unendliche Liebe Gottes, der sich in
diesem Kind in die Hände von uns
Menschen ausliefert und jedes Jahr
uns zu Weihnachten neu fragt: Wie
hältst Du es mit dem Kind in der
Krippe? Ist er dein Retter und Heiland?
Bestimmt er über dein Leben?
Gott entlässt uns nicht aus der
Machtfrage, weil wir uns zu ihm verhalten
müssen. Wir beantworten mit
unserem Leben, wie wir zu ihm stehen.
In Jesus Christus hat Gott die
Machtfrage für sich für alle Zeiten
beantwortet: Er macht sich arm und
liefert sich uns Menschen aus. Er
setzt auf die Macht der Liebe und
vertraut dieser Liebe. Er gab seinen
Sohn, nicht erst am Kreuz, sondern
eben schon im Kind in der Krippe. Er
gab in ihm alles, was er hatte. Nun
ist es an uns, mit dieser Gabe umzugehen,
mit der Macht der Liebe.
Ich wünsche Ihnen allen eine nachdenkliche
Adventzeit und ein gesegnetes
Weihnachtsfest sowie ein gutes
neues Jahr. |
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| Ihr Pfarrer Stefan Remmert |
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